Chronik der Vierländer Schützengesellschaft

Chronik von 1592 bis heute

Chronik unserer langen Vereinsgeschichte zum 400- und 425jährigen Jubiläum

zusammengetragen und aufgeschrieben von Gerd Pahl und Ute Nözel


In der Geschichte unserer Gesellschaft lassen sich drei große Perioden erkennen:

Zeit der Gründung bis 1619
1843 bis 1875 und
ab 1894 bis heute

Über die Zwischenzeiten liegen nur vereinzelte Hinweise und Informationen vor, was aber nicht bedeuten muss, dass es in der Zeit keine Vereinsaktivitäten und kein Vereinsleben gegeben hat. Zum einen können Informationen verlorengegangen oder noch nicht entdeckt worden sein, zum anderen muss gerade im Zusammenhang mit schriftlichen Hinweisen daran gedacht werden, dass die Kunst des Schreibens in der Landbevölkerung nur wenig verbreitet war und Aufzeichnungen sich meist nur auf wichtige persönliche Bereiche beschränkten, wie z. B. Testamente oder Kaufverträge.

Interessant ist die Übereinstimmung zeitlich ähnlicher Perioden in der Geschichte des Schützenwesens im benachbarten Bergedorf. Offensichtlich fand zuweilen eine gegenseitige Beeinflussung statt, und es mag auch durchaus Parallelen in der ersten geschichtlichen Entwicklung gegeben haben, wenn auch die sozialen Schichten – hier überwiegend Landbevölkerung mit Höftleuten (Großbauern) und Kätnern, dort Bürgertum mit Handel und Handwerk – doch grundverschieden waren. Für beide Bevölkerungsgruppen galt aber eine obrigkeitliche Anordnung, dass in den „…zum Amte Bergedorf gehörenden Landschaften (…) die Eidgenossen im Besitz von Waffen sein mussten, um im Falle eines Aufgebots der wehrhaften Mannschaften gerüstet zu sein“.

In den beiden Bereichen (Bergedorf und Vierlanden) existieren identische Königsketten, deren älteste Schilder aus der Zeit vor 1600 datiert sind. In der Vierländer Schützengesellschaft ist diese Kette durchgehend bis heute im Einsatz und somit kostbarster Besitz und gleichzeitig wichtigste Informationsquelle über die Gründungszeit unseres Vereins. Diese Kette wird in einem späteren Kapitel noch näher beschrieben.


Periode der Gründung

Wie allgemein bekannt und auch auf unserer Fahne und im Vereinswappen dokumentiert, ist das Symbol unserer Gesellschaft eine uralte, knorrige Eiche. Diese ist einer Eiche nachempfunden, die tatsächlich auf dem Peters´schen Hof am Neuengammer Hausdeich 87 gestanden hat und die 1943 durch einen Scheunenbrand, ausgelöst durch Bombennotabwürfe, vernichtet wurde.

Unter diesem Baum, der auf dem Königsschild des Schützenkönigs von 1921, Hofbesitzer Peter Peters, graviert und mit einem Stammumfang von 6,29 Metern näher beschrieben ist (siehe auch Kapitel Königsketten), soll der Legende nach im Jahre 1592 der Verein gegründet worden sein. Eine durchaus realistische Vorstellung, wenn man das Alter der Eiche in Betracht zieht, und erhärtet durch die Tatsache, dass auf diesem Hof 1972 eine zwei Zentner schwere gusseiserne Schießscheibe bei Ausschachtungsarbeiten gefunden wurde. Das Alter dieser Scheibe (siehe auch Kapitel Schießanlagen) konnte aufgrund von Metall- und Gusstechnikuntersuchungen auf die Zeit um 1620 datiert werden. Dies lässt darauf schließen, dass sich an dieser Stelle bereits seit Beginn des 17. Jahrhunderts eine fest installierte Schießbahn befand. Doch was die eigentliche Gründung betrifft, so gibt es dazu keinerlei schriftliche Hinweise und Dokumente. Im Gegenteil, hierzu ergeben sich einige Widersprüche, wenn man die weitere Entwicklung betrachtet.

Die Festlegung des Gründungsjahres 1592, das seit der Zeit nach dem 2. Weltkrieg gilt, beruht auf der gleichlautenden Jahreszahl, eingraviert in den silbernen Papagei an der Neuengammer Königskette. Warum jedoch nicht das Datum der ältesten Plakette, nämlich der von Hans Pinnowe (Pinnau) von 1591 an der Curslacker Kette, herangezogen wurde, ist heute nicht mehr festzustellen. Diese Plakette wurde übrigens schon 1905 von Justus Brinkmann in seiner Beschreibung der Schützenketten erwähnt und näher beschrieben, und so stellt sich auch die Frage, warum der Verein 1907 sein 310. und 1922 mit großem Aufwand sein 325jähriges Jubiläum feierte, woran noch heute eine von der Gesellschaft gestiftete hölzerne Königsscheibe in der Schießhalle erinnert. Offenbar war man zu jener Zeit von 1597 als Gründungsdatum ausgegangen. Hatte man die 1 als 7 gelesen, und warum wurden das Schild von 1594 und der Papagei von 1592 nicht berücksichtigt? Dies lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen. Das Gründungsjahr 1597 wird aber noch 1926 in den neuen Vereinssatzungen ausdrücklich als Teil des Vereinsnamens genannt.

Doch auch das Jahr 1591 ist offensichtlich noch nicht als Gründungsjahr des Vereins anzusehen.
Dieses liegt noch weiter zurück in der Vergangenheit.

In diesem Zusammenhang muss berücksichtigt werden, dass die Begriffe Gründung und Verein wahrscheinlich noch nicht in der heutigen amtlich-bürokratischen Bedeutung zu verstehen sind, obwohl es durchaus bereits geschriebene Satzungen bzw. Festordnungen für das Vogelschießen aus jener Zeit im Hamburger Landgebiet gab, wie z. B. das „Book öber dat Vagelscheeten“ für Moorfleet 1612, das ab 1697 auch für Billwärder galt.

Bislang fehlten für die Vermutung, dass der Verein (der durchaus nur aus einem losen Zusammenschluss mit alljährlichem Vogelschießen bestehen könnte) bereits schon 1591 existiert hat, die Belege, die dies beweisen würden. Im Laufe der Recherchen für diese Chronik gelang aber im Frühjahr 1991 eine spektakuläre Entdeckung, die den Hauptzweck des Vereins neben der Übung mit den Feuerwaffen, nämlich der Organisation und Abhaltung eines alljährlichen Vogelschießens, betrifft.

Auf Grund eines bislang unbeachteten Literaturhinweises bei Ernst Finder in seinem Buch über die Vierlande und nach langem und zunächst fast hoffnungslosem und vergeblichem Suchen fand sich in der Kommerzbibliothek der Handelskammer Hamburg ein Originaldokument aus dem Jahre 1578. Bei diesem brüchigen Pergament handelt es sich nun aber nicht um die Gründungsurkunde oder ein anderes Vereinsdokument, sondern um Kirchenvisitationsprotokolle. In derartigen Urkunden haben Vertreter der Kirchenleitung notiert, was ihnen die Pastoren und Gemeindeältesten bei sogenannten Visitationen, d. h. Gemeindebesuchen, mitteilten. Die Verbindung nun zwischen diesen Protokollen und unserem Verein liegt in der Wut des damaligen Curslacker Pastors. Der Vorgänger von Pastor Kiehn klagt nämlich in diesen Aufzeichnungen seinem Vorgesetzten in Hamburg sein Leid über das (übrigens auch in anderen Gebieten) zu Pfingsten stattfindende Vogelschießen in seiner Gemeinde, welches ihm doch aus diesem oder jenen Grund offentsichtlich ein Dorn im Auge war: „… des Mondages in Pfingsten wart de Vagel geschossen, dan dorch den dat Preidigtambt vorhindert werd. Solkes kan up den dienstag vorlegt werden.“

Leider gibt das Protokoll keine weiteren Angaben über das Vogelschießen und seine Veranstalter. Immerhin existiert mit diesem Protokoll der Beleg dafür, dass im Landgebiet bereits 1578, also mindestens 13 Jahre früher als bisher durch die älteste erhaltene Plakette von 1591 nachzuweisen war, auf den Vogel geschossen wurde.

Deshalb müssen wir Vierländer Schützen dem wütenden Curslacker Pastor heute noch dankbar sein und tun im Nachhinein eine Abbitte für die Völlerei und den Lärm unserer Vorfahren bei ihrem Gelage, den wohl offensichtlichen Ursachen seiner Rage.

Wie aber war nun in den Vierlanden, namentlich in Curslack und Neuengamme, zu Ende des 16. und zu Beginn des 17. Jahrhunderts das Vogelschießen organisiert? Gab es, wie im benachbarten Moorfleet oder in der Stadt Hamburg, eine Gilde mit Gildehaus, Gildebuch und eingetragenen Mitgliedern? Gab es zunächst nur einen Verein oder zwei, oder waren es vielleicht sogar drei oder vier, nämlich in jeder Ortschaft der Vierlanden einen, der das Schießen durchführte? Oder wurde es bereits wie später um 1860 von einem Höftmann (Großbauern) beim Landherrn auf dem Bergedorfer Schloss beantragt und durchgeführt? Hierüber gibt es nur Vermutungen, aber auf Grund der Gliederung der alten Königsketten und dem Vergleich der Jahreszahlen auf den Königsplaketten kann folgendes angenommen werden:

Offensichtlich hatte sich sowohl in Neuengamme als auch in Curslack je eine Schützengilde gebildet, die ihren eigenen König bei einem alljährlichen Vogel- und Goyen (Papageien)-Schießen ermittelte, wie dies bereits seit Ende des 14. Jahrhunderts in der Stadt Hamburg in der örtlichen Schützengilde am Winsener Tor (heute etwa Messberg) üblich war. Davon zeugen die beiden silbernen Papageien (Neuengamme 1592 und Curslack 1603) und Abbildungen dieses Vogels auf den Schildern von 1608 und 1610, sowie der Hinweis in den Visitationsprotokollen.

Obwohl es sich sehr wahrscheinlich um zwei eigenständige Vereine gehandelt hat, da bis 1905 streng für jede Ortschaft eine eigene Kette geführt wurde und es eine gemeinsame Kette erst seit 1906 gibt, müssen beide Vereine doch bereits in irgendeiner Form miteinander kooperiert haben. Nach den vorhandenen Schildern der beiden Ketten kam es niemals zu einer Überschneidung der Könige aus beiden Ortschaften. Vielleicht gab es sogar ein gemeinsames Training bei der eisernen Scheibe auf dem Peters´schen Hof, denn die Anschaffung einer solchen Scheibe dürfte zu damaliger Zeit nicht unerheblich gewesen sein. Dem aber widerspricht ein in diesem Zusammenhang interessanter Schriftwechsel zwischen dem Landherrn auf dem Bergedorfer Schloss als Vertreter der beiderstädtischen Verwaltung und dem Altengammer Landvogt von 1862, wo es u. a. heißt: „Seit langen Jahren hat sich in der Landschaft Curslack eine Gesellschaft gebildet, welche alljährlich ihr Lustschießen hält.“

Gegen einen gemeinsamen Verein mag auch ein gewisser Lokalpatriotismus gesprochen haben, der zwischen den beiden Ortschaften geherrscht hat und der selbst heute noch zu bestimmten Gelegenheiten zu spüren ist.

Wie dem auch sei, es hat zu keiner Zeit Doppelkönige gegeben, und dies ist umso bemerkenswerter, da die Schilder aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts recht zahlreich an beiden Ketten sind.

Eine bestimmte Reihenfolge der Ortschaften, in denen der Königsschuss stattfand, oder gar ein kontinuierlicher Wechsel ist nicht zu erkennen. So tauchen in der Zeit von 1591 bis 1601 sowohl Neuengammer als auch Curslacker Bürger in unregelmäßiger Reihenfolge als Könige auf. Die vorhandenen acht Schilder von 1603 bis 1619 weisen die Könige jedoch eindeutig als Curslacker Einwohner aus.
Eine Erklärung für die Lücken in diesen Jahren wäre natürlich, dass Schilder verlorengingen oder gar nicht gestiftet wurden. Schließlich stellte die Silberplakette auch eine beträchtliche Ausgabe für den König dar. Es könnte aber auch durchaus so gewesen sein, dass auf Grund von besonderen Vorkommnissen (z. B. Deichbrüche, Überschwemmungen oder schlechte Ernten) nicht in jedem Jahr ein Vogelschießen abgehalten wurde.

Über die Art und Weise, wie das Schießen zu Beginn des 17. Jahrhunderts abgelaufen sein könnte, gibt das bereits erwähnte „Book van dat Vagelscheeten“ detaillierte Informationen. Es stellt eine schriftliche Anordnung von 1612 des Landherrn für die Gilde in Moorfleet dar. In 19 Artikeln werden hierin die Vorschriften und Statuten für das Vogelschießen, die zugehörigen Festivitäten und alle dies betreffende Anweisungen und Strafen bis ins Detail aufgelistet. Sie dürfen in etwa gleichlautend auch für das Gebiet der Vierlande gegolten haben.

Der 30jährige Krieg begann 1618 und hat auch die Vierlande in Mitleidenschaft gezogen. Von 1620 an, dem Jahr, als Herzog Christian von Braunschweig und Lüneburg den Zollenspieker auf dem Krauel überfiel (23. Februar), fehlen die Plaketten an den Ketten, und erst 1788 wird der nächste König durch eine Plakette belegt. Aus dieser Zeit gibt es keinerlei Dokumente oder Hinweise auf eventuell noch stattfindende Aktivitäten der beiden Schützengilden in Curslack und Neuengamme. Aus zeitgenössischen Quellen ist bekannt, dass die Vierlande teilweise stark unter militärischer Verwüstung und Einquartierung zu leiden hatten und dass die Entwicklung um Jahre zurückgeworfen wurde. Auch mögen schwere Umweltkatastrophen (z. B. der Neuengammer Deichbruch von 1771) den Vierländern die Lust am Feiern genommen haben.


Zwischenperiode

Die Zwischenperiode umfasst den Zeitraum von 1788 bis 1843. Für diese Periode lassen sich nur drei Könige anhand der vorhandenen Plaketten an den Königsketten nachweisen. Sie sind aber der Beweis dafür, dass der Verein oder die Vereine noch existieren und dass die Idee des Schützenwesens in den Vierlanden immer noch präsent war. Offensichtlich war die dunkle Zeit nach dem 30jährigen Krieg nun überwunden, und die Bevölkerung besann sich wieder auf alte Traditionen.

Dass das Schießen in einer Gilde oder in einem Verein zu der damaligen Zeit großes Ansehen genoss, lässt sich aus der Tatsache beschließen, dass der König von 1797 als Beruf den des Kirchenjuraten in seine Plakette eingravieren ließ. Außerdem sind die beiden Schilder von 1788 und 1797 die wohl prachtvollsten an unserer Kette. Sie sind im Rokokostil gearbeitet, teilweise vergoldet und reich mit Ornamenten verziert.

Auffällig ist neben der Tatsache, dass die Plakette von 1797 eine Doppelplakette ist, noch der Umstand, dass neben dem Namen der Könige auch die Namen der Schaffer (zu vergleichen mit den heutigen Mitgliedern des Festausschusses) erwähnt werden.

Offenbar hatte sich die wirtschaftliche Situation wieder gut erholt, und es hätte wieder zu einer blühenden Entwicklung des Schützenwesens kommen können, wenn nicht zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine neuerliche schwere Zeit auf das Landgebiet (und nicht nur auf dieses) zugekommen wäre.


Zweite Periode 1849 – 1878

Über dreißig Jahre dauerte es, bis der Schock und die Folgen der Befreiungskriege während der sogenannten Franzosenzeit überwunden waren und eine sehr aktive Zeit für das Schützenwesen im Landgebiet begann. Ab 1849 folgen nun in unregelmäßiger Reihenfolge Königsschilder von Neuengammer und Curslacker Königen mit Lücken von 1 bis 2 Jahren. Ob in diesen Jahren kein König ausgeschossen wurde oder Plaketten verloren gingen, ist heute nicht mehr zu klären, denn schriftliche Belege für diesen Zeitraum fehlen bis auf zwei Ausnahmen. Offensichtlich hat es aber zumindest 1877 keinen König gegeben, da derjenige von 1876, C. Timm aus Curslack, nach einem Bericht der Bergedorfer Zeitung vom 9. August 1922 Ausrichter des Festes von 1878 war und es damals die Pflicht des alten Königs war, das nächste Fest zu organisieren.

Eine Erklärung für auftretende Lücken könnte auch das Versäumnis bzw. die Weigerung von Königen gewesen sein, ein Schild für die Kette zu stiften. Dieses könnte für die Lücke von 1861 gelten. Aus einem Schriftwechsel des darauf folgenden Jahres zwischen der Curslacker Schützengesellschaft, dem Landherrn auf dem Bergedorfer Schloss und dem Landvogt Buhk in Altengamme geht hervor, dass auch Altengammer Bürger beim Curslacker Schießen Schützenkönig werden konnten, wie eben 1861 der Hufner Hans Steffens, von dem aber keine Plakette vorhanden ist. Über diesen, für damalige Zeiten noch unerhörten Skandal, nämlich der Weigerung, die Schützenkette wieder zurückzugeben, wird im Kapitel „Die Königsketten“ noch näher berichtet.

Ein anderes Schriftstück des Landherrn, das dieser zwei Jahre vorher (1860) an den Vorgänger des Landvogts Buhk, den Landvogt Timmann in Altengamme gerichtet hatte, beinhaltet die amtliche Erlaubnis, ein Scheibenschießen im Juni und eine Woche darauf einen Ball abzuhalten. Dieses war vom Altengammer Höftmann Minte beantragt worden, dem in Verbindung mit dieser Erlaubnis gleichzeitig auch Sicherheitsauflagen betreffs des Schießstandes und der Umgebung gemacht wurden.
Dass bei dieser Gelegenheit auch ein König ausgeschossen wurde, darf angenommen werden. Da aber auch für dieses Jahr kein König durch eine Plakette nachgewiesen werden kann, drängt sich noch die Frage nach einer eigenen Altengammer Kette auf, an der diese beiden Plaketten von 1860 und 1861 gehangen haben könnten. Diese Frage wird in einem späteren Kapitel noch näher beleuchtet.

Wie an dieser Genehmigung aber auch deutlich wird, bedurfte es offensichtlich des Einverständnisses der Obrigkeit in Bergedorf für eine derartige Veranstaltung. Auch hat es offenbar noch keine feste Schießbahn, d. h. einen ortsfesten Schießstand gegeben, da sich die Sicherheitsauflagen auf den vom Höftmann Minte auf seinem Hof eingerichteten Schießstand beziehen. Ob bei diesem Scheibenschießen eventuell noch die zwei Zentner schwere gusseiserne Schießscheibe verwendet wurde, indem sie zum jeweiligen Schießstand transportiert wurde, oder ob diese auf dem Hof von Peter Peters (dem letzten Neuengammer König dieser zweiten Periode 1875) bereits fest installiert war und die Curslacker eine eigene Scheibe hatten, ist nicht mehr festzustellen. Vergleicht man aber die Abbildungen der Zielscheiben auf den Königsplaketten der Curslacker Kette von 1849, 1850, 1851 und 1853, so lässt sich hier eine große Ähnlichkeit mit besagter Scheibe aus der Zeit um 1620 feststellen.

Bemerkenswert ist, dass auch schon in diesem Zeitraum die Tradition der Teilnahme an den Königsschießen sich auf mehrere Generationen einer Familie bezog. So kennzeichnen sich die Curslacker Könige Hermann Wulff (1851) und Tönnis Wulff (1853) auf ihren Plaketten als Söhne des Tiedje Wulff, der bereits 1849 König war. Und offensichtlich der Tradition verpflichtet wählten auch beide Söhne das gleiche Motiv wie der Vater, nämlich eine Schießscheibe im Eichenkranz. Zusätzlich übernahm Hermann Wulff auch noch die Abbildung eines zweirädrigen Pfluges, der ebenso wie bei seinem Vater auf der Rückseite der Plakette eingraviert ist.

Das Jahr 1864 bildete eine bemerkenswerte Ausnahme im Ablauf der Schützenfeste. In diesem Jahr gab es sowohl in Curslack (Hermann Timm jr.) als auch in Neuengamme (Claus Lütten) einen Schützenkönig. Dieses ist das einzige Mal in der Vereinsgeschichte, dass sich ein Doppelkönig nachweisen lässt. Beide Könige wurden (folgt man der Gravur der Schilder) am 26. Juni ausgeschossen, so dass demnach in jenem Jahr entweder zwei getrennte Veranstaltungen parallel am selben Tag stattfanden oder es beim gemeinsamen Königsschuss zu einem Remis kam und so auf einer Veranstaltung zwei Könige proklamiert wurden. Diese zweite Variante ist aber eigentlich eher unwahrscheinlich. In den Jahren vorher und auch danach gab es in unregelmäßiger Reihenfolge sowohl Könige aus Curslack als auch aus Neuengamme. Vielleicht waren sich 1864 die Curslacker und die Neuengammer aus irgendeinem Grund nicht „grün“, so dass der ihnen eigentümliche Lokalpatriotismus keine gemeinsame Veranstaltung zuließ und sie aus Bosheit die Termine sicher überschneiden ließen. Wer weiß?

Interessant, aber mit angemessener Vorsicht zu lesen, sind einige Zeitungsberichte über das 325-jährige Jubiläum 1922 (bezogen auf ein damals noch angenommenes Gründungsjahr 1597), in denen teilweise wortreich und mit einem dem Anlass angemessenen Pathos etwas näher über das Vereinsleben aus der Zeit von 1852 bis 1878 berichtet wurde. In einem Artikel der Bergedorfer Zeitung (Nr. 185 vom 9. August 1922) wird von der Anschaffung erster eiserner Scheiben 1851 berichtet, die hölzerne bzw. solche aus Stein ersetzt haben, wobei erwiesenermaßen die noch vorhandene Gusseisenscheibe über 200 Jahre älter ist und auch die Abbildungen auf den Königsplaketten von 1849 und 1850 bereits offensichtlich nach deren Motiv gestaltet wurden.

Auch die Kette wird in den Artikeln beschrieben und zwar dergestalt, dass sie im Jahre 1853 „so schwer geworden, dass der stärkste und längste Mann sie nicht mehr tragen konnte.“ (Festansprache von Pastor Holz, Altengamme, im Hamburger Correspondenten, Nr. 375 vom 14. August 1922). Aus diesem Grunde wurde sie in eine Neuengammer, eine Curslacker und eine Altengammer Kette zerlegt. Nach dem Bericht der Bergedorfer Zeitung soll die Altengammer Kette damals 20 Schilder umfasst haben und (gleichlautend wie in anderen Artikeln) im Hamburger Staatsarchiv aufbewahrt worden sein. Dass dies so nicht angehen konnte, wird im Kapitel „Königsketten“ noch näher erläutert. Aber es möge an dieser Stelle den Journalisten zugute gehalten werden, dass auch sie nur das schreiben konnten, was ihnen erzählt wurde.

Über die Abhaltung der Schützenfeste in der Zeit von 1852 – 1878 liefert die Bergedorfer Zeitung folgende interessante Darstellung, die sich mit den heutigen Erkenntnissen deckt: „Von 1852 – 1878 wurden die Vierländer Schützenfeste auf den Landstellen der jeweiligen Schützenkönige gefeiert. Diese erhielten für die in Kaffee, Kuchen und Wein bestehende Bewirtung der Gäste eine „Aufwandsentschädigung“ von 6 Mark pro Kopf. Die Beschaffung und Instandhaltung des Schießstandes gehörte mit zu den Königspflichten. Der neuerkorene König wurde mit Musik von seiner Wohnung abgeholt, dann bewegte sich der Festzug zur Wohnung des alten Königs, woselbst Tanz und Schmaus die Feier beschlossen. Der letzte derartige Ball fand im Jahre 1878 bei C. Timm in Curslack statt; Schützenkönig war Heinrich Oelerich daselbst.“

Zu jener Zeit gab es offensichtlich keine Schaffer mehr, wie sie noch auf den Schildern der Kette von 1788 und 1797 vermerkt sind, sondern die gesamte Last der Organisation lag beim König. Dies war sicherlich trotz der erwähnten Aufwandsentschädigung eine recht kostspielige und aufwendige Angelegenheit, zumal ja auch noch eine Plakette für die Kette gestiftet werden musste. Diese Königspflichten werden manchen Bewerber zur Zurückhaltung beim Schuss gezwungen haben, denn die Ausrichtung eines solchen Festes werden sich nur die wohlhabenden Mitglieder geleistet haben können.

Nach 1878 unterblieb dann für mehrere Jahre die Ausrichtung eines Schützenfestes. Dies mag, wie der Berichterstatter der Bergedorfer Zeitung von 1922 vermutete, an Platzmangel gelegen haben, da diese Art von Volksfesten ja erheblichen räumlichen Umfang (Schießstand und -anlage) hatten und die zunehmend intensive Bodenbewirtschaftung weniger Spielraum zuließ. Denkbar ist auch, dass die Königswürde einfach zu kostspielig wurde und sich keiner bereitfand, das Fest auszurichten bzw. auf den König zu schießen. Heißt es in dem Artikel, die Vierländer hätten den letzten König zum Abdanken gezwungen, nachdem er drei Jahre lang die Ausrichtung eines Festes verweigerte und die Feste wären anschließend in aller Harmonie weitergefeiert worden, so gibt es dafür keine Belege. Eher ist zu vermuten, dass eine Art „Denkpause“ eintrat, in der sich nun eine entscheidende Wende für das Schützenwesen in Curslack und Neuengamme vollzog.

Nach einer Pause von sechzehn Jahren gibt es wieder einen Beleg in Form einer Plakette für einen Schützenkönig (1894, Hermann Eggers aus Neuengamme) und ab März 1895 ein Protokollbuch der „Neuengammer Schützengesellschaft“. Ob und in welcher Form nach 1878 ein Vereinsleben bzw. ein regelmäßiger Schießbetrieb stattfand, ist nicht bekannt. Auch liegen für die Zeit vor 1895 keine Protokolle vor; es ist aber auf Grund der ersten Eintragungen in das neue Buch anzunehmen, dass etwas ähnliches bereits vorher existierte, da von Beratungen über das „diesjährige Schützenfest“ und später von Neuwahlen des Vorstandes sowie von Änderungen der Statuten die Rede ist, die vorher nicht aufgetaucht sind. Vielleicht existieren ältere Protokolle nur in Form von losen Notizen, da man damals noch nicht einen so großen Wert auf geschriebene Unterlagen für einen Verein in Form eines Buches legte. Und es ist auch zu bedenken, dass damals im Landgebiet das Schreiben für viele noch eine große Schwierigkeit bedeutete und erst einmal ein Schriftführer gefunden werden musste, der dieses Amt übernahm.

Auf Grund der nun aber vorhandenen Protokolle wird es auch für den Chronisten wesentlich einfacher, über das Vereinsleben zu berichten. Der folgende Teil über die dritte Periode in der Vereinsgeschichte orientiert sich eng an den Berichten der einzelnen Schriftführer. Da naturgemäß nicht alles hier wiedergegeben werden kann, handelt es sich dabei auch nur um eine Auswahl der für das weitere Vereinsleben wichtigsten Fakten und Aspekte. Diese sowie Berichte und Informationen von Zeitungen sollen nach einer kurzen Einführung über die ersten Jahre dieser Periode dann in chronologischer Form dargestellt werden.


Dritte Periode 1894 – 1992

Das Jahr 1894 ist, wie bereits erwähnt, der entscheidende Wendepunkt in der Vereinsgeschichte der Vierländer Schützengesellschaft. In jener patriotisch gestimmten Zeit gewannen die Schützenvereine wieder an gesellschaftlichem Ansehen und an Bedeutung. Dies wird auch schon an der ständig zunehmenden Zahl neu aufgenommener Mitglieder deutlich. Und vielleicht hat auch das große 50jährige Jubiläumsfest der Bergedorfer Schützen von 1848 im März 1898 einen gravierenden Anstoß zu einer Veränderung im Selbstverständnis der Vereinsmitglieder beigetragen. Nunmehr kann mit gutem Gewissen von einem Verein im heutigen Sinne gesprochen werden: Es existierte eine Satzung und ein von den Mitgliedern gewählter Vorstand. Kennzeichnend für ein nunmehr intensives Vereinsleben sind die Protokolle der Monats- und Generalversammlungen, die im Vereinslokal von Ernst Christian Pahl am Neuengammer Hausdeich stattfanden. Auf einer angrenzenden Weide existierte ein erster Schießstand, auf dem ein regelmäßiger Schießbetrieb stattfand. Es handelte sich dabei nach Angaben von Hans Eggers um einen überdachten, seitlich offenen Pavillon aus Birkenholz, der zwei Stände hatte.

In der Öffentlichkeit traten die Schützen in der Zeit um die Jahrhundertwende jedoch noch nicht auf. Mehrere Anträge auf Anschaffung von Uniformen wurden abgelehnt bzw. vertagt, und auch ein öffentliches Schützenfest wurde noch nicht veranstaltet. In der Zeit um Pfingsten wurde alljährlich ein internes Preisschießen abgehalten, der Königsschuss aber fand erst im September statt, ebenfalls auf einer internen Veranstaltung.

Am 5. September 1897 brannte das Vereinslokal und das unmittelbar benachbarte Haus von Julius Eggers nieder. Durch den Neuaufbau der Häuser und der dadurch anderen Gestaltung der Zuwegung und Umgebung des Schießstandes, der vom Brand nicht betroffen war, ergab sich später die Möglichkeit, neben dem Schießstand einen Festplatz einzurichten, was vorher nicht möglich gewesen wäre.
Das erste öffentliche Schützenfest 1906 gab dem Verein einen großen Auftrieb. Es folgte der Bau einer festen Schießhalle und später deren Verlagerung und Vergrößerung. In diesen ersten Jahren dieses Jahrhunderts wurden die Grundlagen für eine erfolgreiche Vereinstätigkeit geschaffen, die bis heute andauert und die die Vierländer Schützengesellschaft heute mit Zuversicht ins fünfte Jahrhundert ihres Bestehens blicken lässt.


1894
Der erste König, der seit 1878 bekannt ist, heißt Hermann Eggers und kommt (wie alle seine Nachfolger bis 1911) aus Neuengamme.

1895
Bei der ersten Eintragung in das neue Protokollbuch der „Neuengammer Schützengesellschaft“ handelt es sich um die Tagesordnung für den 6. März. Auf dieser Versammlung wurde das „diesjährige“ Gewinnschießen auf vier Sonntage im Mai festgelegt. Dafür sollten 120 Mark angeschafft werden. Der 1. Preis sollte einen Wert von 30 Mark haben. Ein Satz zu drei Schüssen kostete 1 Mark, 3 Sätze zusammen aber nur 2 Mark. Pro Probeschuss musste der Schütze 5 Pfennig bezahlen. Das Preisschießen sollte mit dem Königsschuss enden.

Neuer König wurde Hermann Kellinghusen.

1896
Beim Königsschuss am Ende des Preisschießens am 17. Mai wird der Vereinswirt Ernst Pahl zum ersten Mal König. Auf der Versammlung im September wird die Anschaffung von Joppen (14 gegen 7 Stimmen) und Hüten (11 gegen 10 Stimmen) abgelehnt. Ferner wurde beschlossen, dass beim Schießen nicht anwesende Mitglieder 20 Pfennig Strafe zu zahlen haben.

1897
Am 9. Januar findet der Königsball mit drei Musikern statt. Das Preisschießen erfolgt monatlich von Mai bis September und endet mit dem Königsschuss, wobei Heinrich Wepper König wird. Diese Regelung des Monatsschießens und des Königsschusses im September wird von nun an beibehalten. Auf der Versammlung wird beschlossen, dass bei der Beerdigung eines Vereinsmitgliedes jedes Mitglied teilnehmen und „seinen Zylinderhut aufsetzen“ muss. Ein unentschuldigtes Fehlen kostet 1,50 Mark Strafe. Verstorbene Mitglieder werden von nun an von Vereinsmitgliedern getragen.

Nach der Zupachtung von zusätzlich 2 ½ Ruten Land von Hinrich Wulff beträgt die Pacht nunmehr insgesamt 72,20 Mark. Der Kassenbestand beläuft sich in diesem Jahr auf 2,83 Mark.

Am 5. September brennen das Vereinslokal „Alter Gasthof“ und das Haus von Julius Eggers zusammen ab. Durch den innerhalb von drei Monaten erfolgten Neuaufbau in veränderter Position wird der Zugang zum Schießstand wesentlich erleichtert.

1898
Offensichtlich auf Grund einschlägiger Erfahrungen wird das Fehlen beim Monatsschießen nur durch eine bettlägerige Krankheit entschuldigt. Die Vorstandswahlen ergeben: Präses – Julius Eggers, Schriftführer – H. Scheel, Kassierer – August Heitmann. Der Antrag, Uniformen anzuschaffen, wird erneut abgelehnt; der Antrag, fertige Patronen zu verwenden, wird vom Vorstand geprüft. Das aufgetretene Defizit von 69,60 Mark wurde durch eine Extra-Umlage von 1,40 Mark pro Schützen ausgeglichen. Dies lässt auf eine Mitgliederzahl von 50 Schützen schließen.

König wurde August Grell.

1899
Der Vorstand wird durch die Aufnahme des Bahnmeisters Ernst Pahl auf vier Personen erweitert. Am Gülzower Gewinnschießen nehmen elf Schützen teil, die in zwei dafür engagierten Gespannen dorthin fahren. Der damalige Schriftführer H. Scheel vermerkt über den Besuch: „Die Tour war eine überaus interessante, und obgleich im allgemeinen wenig geschossen wurde, erzielte Herr Julius Harden dennoch den 2. Gewinn“.

Auf einer außerordentlichen Generalversammlung am 6. Dezember wird die Umbenennung von Neuengammer Schützengesellschaft in „Neuengammer Schützenverein“ beschlossen. Außerdem wurden die vorliegenden neuen Statuten angenommen.

König wurde in diesem Jahr Peter Peters, der schon 1875 als Peter Peters junior König war.

1900
Nach 1896 wird der Vereinswirt Ernst Pahl zum zweiten Mal König mit 62 Ringen.

1901
Der Jahresbeitrag wird von 2,40 auf 4 Mark angehoben, um die gestiegenen Kosten für die sich ständig erweiternden Vereinsaktivitäten aufzufangen. Beim Königsschießen am 14. September erzielt zwar August Grell das beste Ergebnis, da er aber erst 1898 König war, unterliegt er noch der Sperrfrist (deren Länge leider nicht bekannt ist) und der zweitbeste Schütze, Julius Harden, wird zum neuen König proklamiert.

1902
Beim Königsschießen am Mittwoch, dem 17. September, erringt Heinrich Meyer die Königswürde.
Die Anschaffung von zwei Büchsen wird vertagt.

1903
Ernst Pahl, der bisherige Bahnmeister, wird nach seinem Rücktritt zum 1. Ehrenmitglied des
Schützenvereins ernannt. Sein Nachfolger wird August Grell. Und wieder unterliegen die Befürworter einer Uniform bei der Abstimmung, und auch die Anschaffung einer Fahne wird (noch) abgelehnt. Dafür will man sich jetzt aber eigene Vereinsgewehre anschaffen: für zwei, der Militärischen Kameradschaft gehörende Büchsen, für die 100 Mark gefordert werden, will man 80 Mark bieten – bei einer jährlichen Abzahlung von 20 Mark. Um die finanzielle Lage des Vereins nicht noch mehr zu belasten, beschließt man, dass Gäste auf dem Königsball 1 Mark als Unkostenbeitrag zu bezahlen hätten.

Nachfolger von Heinrich Meyer wird der Schullehrer Friedrich Korth von der Oberwärtser Schule. Auf seiner Plakette lässt er damals das alte, mittlerweile abgerissene Schulgebäude abbilden.

1904
Bei den Neuwahlen zum Vorstand lehnt der gewählte Fr. Korth die Annahme des Amtes ab, so dass Julius Eggers bis zur nächsten Versammlung im Mai sein Amt weiterführt, auf der August Grell zum Präses gewählt wird. Eine Änderung bzw. Revidierung der Statuten wird angenommen. Der Verein heißt nunmehr wieder „Neuengammer Schützengesellschaft“. Die neuen Statuten sollen in 100 Exemplaren gedruckt und an die Mitglieder ausgegeben werden. Ob es bereits vorher gedruckte Statuten gegeben hat, ist nicht bekannt. In den bisherigen Protokollen sind sie nicht aufgeführt, es werden nur Änderungen erwähnt.

König wird in diesem Jahr Claus Heitmann.

1905
Der erneute Antrag auf Anschaffung von Uniformen wird ebenso wie der Wunsch, ein Schützenfest zu veranstalten, auf die nächste Generalversammlung im Jahre 1906 vertagt, aber nicht mehr direkt abgelehnt. Auf Einladung der Geesthachter Schützen nimmt der Verein an deren 10jährigem Jubiläum teil.

Der neue König heißt Carl Meyer.

1906
Das Jahr 1906 bringt viele Turbulenzen und Veränderungen in das bis dahin eher beschauliche Vereinsleben. Diese Veränderungen prägen das neue Gesicht der Schützen bis zum heutigen Tage.

Nachdem sich 2/3 der Mitglieder in einer schriftlichen Umfrage für die Anschaffung von Uniformen ausgesprochen hatten, werden diese am 26. Juli auf einem Marsch vom Lokal „Stadt Lübeck“ (damals Stahlbuhk, zuletzt Stolt) zum Vereinslokal, das jetzt „Schützenhof“ heißt, der Öffentlichkeit vorgestellt. Auf der Versammlung im April wird beschlossen, eine Schießhalle durch das Mitglied Ernst Hamester aus Altengamme bauen zu lassen. Die Finanzierung sollte durch die Ausgabe von Anteilsscheinen zu 20 Mark gesichert werden, die durch jeweilige Auslosung in den nächsten Jahren zurückbezahlt werden sollte.

Diese Finanzierungsmethode wurde dann auch fast 60 Jahre später zu Beginn der 60er Jahre angewandt, als es darum ging, den jetzigen Schießstand zu bauen. Offenbar war dieses Verfahren damals so erfolgreich, dass mit dem Bau unverzüglich begonnen werden konnte, denn schon Ende Juli wurde die Versicherungspolice der Haftpflicht geändert von „1 Stand“ in „1 Halle mit 2 Scheiben und 2 Schießständen“.

Somit war die Halle rechtzeitig zum großen Schützenfest fertig, das für den 12. August geplant war. Zur Vorbereitung und Durchführung dieses Festes wurden drei Kommissionen gegründet. Die Mitglieder der Platzkommission waren Julius Eggers, Nicolaus Rehder, Julius Harden und Otto Flemming. Sie waren für die Schmückung und Ausgestaltung des Festplatzes verantwortlich. Mit der Durchführung eines großen öffentlichen Gewinnschießens wurde die neugegründete Schießkommission beauftragt, die aus Karl Kröger, Peter Peters, Nicolaus Mindt, Hermann Raeck, C. Wobbe, Robert Steinke, H. Kähler, C. Kellinghusen, August Lapp und Adolf Steffens bestand. Beide Kommissionen erfüllen noch heute als mittlerweile feste Abteilungen im Verein ihre Aufgaben. Das Festkomitee setzte sich aus Ferdinand Michaelsen, Hermann Raeck, H. Kähler, Adolf Ohlrogge und J. Lorenzen zusammen.

Bevor aber das große Fest beginnen konnte, muss es innerhalb des Vereins zu schwerwiegenden Auseinandersetzungen gekommen sein, denn knapp drei Wochen vorher musste auf einer außerordentlichen Generalversammlung ein kompletter neuer Vorstand gewählt werden. August Grell (Präses), August Heitmann (Schriftführer) und Nicolaus Mindt (Kassierer) waren von ihren Posten zurück- und aus dem Verein ausgetreten. Was der Anlass zu diesem spektakulären Schritt gewesen ist, kann nur vermutet werden. Wahrscheinlich aber ist, dass die Finanzierung der Halle und das bevorstehende Fest der Anlass waren.

Um einer ähnlichen Situation vorzubeugen, wurden nun zum ersten Mal auch Stellvertreter für die drei Vorstandsposten gewählt. Die Wahl ergab damals folgende neuen Vorstand: 1. Vorsitzender Hermann Raeck, 2. Vorsitzender Peter Peters, 1. Schriftführer Karl Kröger, 2. Schriftführer J. Lorenzen, 1. Kassierer Ferdinand Michaelsen, 2. Kassierer Robert Steinke. Auffällig ist schon, dass alle sechs gewählten Mitglieder in den neuen Kommissionen waren. Nicolaus Rehder als Bahnmeister behielt seinen Posten.

Nach diesen Turbulenzen erwies sich dann das erste Schützenfest als ein großer Erfolg. Unter anderem wurde ein großes Feuerwerk für 125 Mark abgebrannt und eine Tombola im Werte von 6.000 Mark organisiert. Für die Damen, die nicht Mitglieder sein konnten und nicht schießen durften, wurde ein großes Preiskegeln veranstaltet. Trotz der hohen Investitionen, die der Verein in die Durchführung des Festes gesteckt hatte, blieb ein Gesamtüberschuss von 1.412,68 Mark – für damalige Verhältnisse eine gewaltige Summe. Und so mag auch dies ein Grund dafür gewesen sein, dass beschlossen wurde, dieses Fest im kommenden Jahr wieder zu veranstalten. Mittlerweile ist es das herausragende Ereignis im Vereinsleben.

Der Königsschuss fand wieder auf einer gesonderten Veranstaltung im September statt. König wurde der neue Präses Hermann Raeck. Nun wurde auch die Anschaffung einer Fahne vorangetrieben, und nach der Billigung des Motives durch die Mitglieder wurde sie im Dezember in Auftrag gegeben. Noch wichtiger aber war der Beschluss, den Vereinsnamen wieder zu ändern: Aus der Neuengammer Schützengesellschaft wurde nun die „Vierländer Schützengesellschaft von 1597“ mit Sitz in Neuengamme.

1907
Am 11. und 12. August feierte der Verein das 310jährige Vereinsjubiläum (ausgehend von einer Gründung 1597), das auf Grund des großen Erfolges im Vorjahr auf zwei Festtage ausgedehnt worden war. Die Tombola wurde wieder wie im Vorjahr am Dienstag nach Schützenfest (13. August) im Lokal von Hermann Stahlbuhk (Stadt Lübeck) veranstaltet, verbunden mit einem Katerfrühstück, wie der Schriftführer vermerkt.

Die Schießanlagen wurden um eine dritte Scheibe und eine Verlängerung des Kugelfanges erweitert Als Pacht für das Land hinter dem Schießstand wurde 1 Mark pro Rute an Hinrich Wulff bezahlt. Offensichtlich um in der Öffentlichkeit beim Umzug einen noch besseren Eindruck zu machen, wurde nach dem Monatsschießen am 5. August eine Marschübung in Uniform und mit Jagdgewehren veranstaltet; das äußere Auftreten war schon zu damaliger Zeit nicht unwichtig.

Die neue Fahne wurde auf dem Schützenfest geweiht und war bis 1977 „im Dienst“. Sie hängt heute in der Schießhalle.

Auch in diesem Jahr wurde der König gesondert im September ausgeschossen; es wurde Theodor Zeyn.

1908
In diesem Jahr, in dem Karl Kahl neuer König wurde, erfolgte der Beitritt zum Deutschen Schützenbund. Vielleicht stand damit der Beschluss in Verbindung, dass beim Monatsschießen keine Klotzen mehr unter den Büchsenläufen verwendet werden durften. Zum Jahresprogramm gehörte in diesem Jahr der Besuch der Schützenfeste in Winsen und Moorburg. Beide waren noch keine Selbstverständlichkeit, sondern wurden von der Versammlung erst beschlossen.

Alles wird teurer, auch 1908: das Scheibengeld für die Anzeiger wurde auf 2 Mark erhöht, und auch die Pacht stieg auf 2 Mark pro Rute…

1909
Nachdem im vergangenen Jahr die Satzung dahingehend geändert wurde, dass nur ein in den Vierlanden ansässiges Mitglied König werden könne, erfolgt nun eine weitere Änderung: Die Königsabholung erfolgt nicht mehr innerhalb Elbdeich und Schiefer Brücke, sondern nur innerhalb der Blauen Brücke und der Gastwirtschaft Meyns (Eisenbahnbrücke).

Um bei Ausmärschen noch besser auftreten zu können, wird die Anschaffung von Ausmarschbüchsen beschlossen (Karabiner der Waffenhandlung Steffens in Altona). Diese kommen bereits am 11. Juli zum Einsatz, als der Verein, begleitet von einem zwölf Mann starken Musikkorps, am 16. Deutschen Bundesschießen teilnimmt.

Beim Schützenfest wird am zweiten Tag zum ersten Mal ein Kindervergnügen veranstaltet, und ein bisher noch nicht erwähnter Pavillon wird mit Azetylengas beleuchtet. Kooperativ zeigt sich der Verein gegenüber einem anderen Verein: Die Militärische Kameradschaft darf ein Schießen auf dem Stand veranstalten, deswegen wird ein Monatsschießen abgesetzt.
Neuer König wird im September Julius Timmann.

1910
Der Zusatz zum § 12 vom letzten Jahr, dass nur Vierländer König werden können, wird wieder gestrichen, was zwei Jahre später zu Komplikationen führen wird.

Bei den Monatsschießen wird ein neuer Wettkampf eingeführt: In zwei ausgelosten Parteien (Hamburg und Mecklenburg) wird darum geschossen, welche Mannschaft der anderen eine Runde ausgeben darf. Diese „Disziplin“ hat sich bis vor einigen Jahren noch großer Beliebthei erfreut, ist aber mittlerweile eingeschlafen.

Das Königsschießen findet immer noch im September statt und wird von Johannes Kücken gewonnen.

1911
In diesem Jahr wird mit Adolf Ohlrogge zum ersten Mal seit 1878 ein Curslacker König der Vierländer Schützengesellschaft.

Für das Schützenfest im August genehmigt die Versammlung für Musik 520 Mark (erster Tag) und 40 Mark (zweiter Tag) sowie 180 Mark für das Feuerwerk und 300 Mark für das Konkurrenz-Schießen. Der Platzkommission wird in diesem Zusammenhang „ans Herz gelegt“, die Kasse nicht mit einem Betrag von über 400 Mark zu belasten, da sie in den letzten Jahren sehr freigiebig war.

Beim Königsschießen wird ein Ausmarsch von Lütten zum Festplatz veranstaltet, bevor es ans Schießen geht, und für die Damen ist eine gemeinsame Kaffeetafel und ein Preiskegeln organisiert worden. Zusätzlich wird noch eine Tombola veranstaltet, so dass auch dieses Königsschießen schon fast ein zweites, kleines Schützenfest ist.

1912
Zur Erinnerung an sein Königsjahr stiftet Adolf Ohlrogge die älteste noch vorhandene Königsscheibe; die nächste Scheibe dieser Art gibt es erst wieder 1922 beim großen Jubiläum.

Beim Monatsschießen gibt es folgende Neuregelung: Wer einmal fehlt, kann im nächsten Monat nachholen; wer zweimal hintereinander fehlt, geht sämtlicher Schüsse verlustig.

Neuer König wird Ernst Wobbe.

1913
Im Februar fasst die Generalversammlung den Beschluss, die Schießhalle und den Kugelfang weiter nach hinten zu verlegen. Zusätzlich soll ein Musikpavillon auf dem davor entstehenden Platz gebaut werden. Die geschätzten Kosten von 3.000 Mark sollen zu 2.000 Mark über Anteilsscheine und zu 1.000 Mark aus der Kasse finanziert werden. Diese Arbeiten werden alsbald in Angriff genommen und sind bis zum Jahresende abgeschlossen. Die Halle stand dann hinter den vier großen Bäumen, die unseren derzeitigen Festplatz nach Süden hin begrenzen.

In diesem Zusammenhang wurde auch der Bau der geplanten Längsbahn als Abzweigung der Bergedorf-Zollenspieker Bahn berücksichtigt, die hinter dem Kugelfang verlaufen würde. Der Behördenvertreter gab grünes Licht, forderte aber, dass beim Passieren eines Zuges das Schießen eingestellt werden müsse.

Noch während seines Königsjahres zog Ernst Wobbe nach Hamburg und gab seine Königswürde zurück. Für ihn übernahm der Vorjahreskönig Adolf Ohlrogge wieder die Amtsgeschäfte, bis er von Hein Eggers endgültig abgelöst wurde.

1914
Im Frühjahr wird die Abrechnung für die Verlegung und gleichzeitige Vergrößerung der Schießhalle (sie wurde verbreitert, ist nun auch bei den Ständen hinten geschlossen und wurde mit einem Freihandstand versehen) und den Neubau des Pavillons vorgelegt. Die ursprünglich angesetzten Kosten hatten sich mehr als verdoppelt: von 6.613,76 Mark Gesamtkosten wurden 3.700 Mark von der Vereinskasse getragen, der Rest war durch Anteilsscheine gedeckt.

Für das Schützenfest liefen die Planungen bereits auf Hochtouren. Um genügend Zuschauer auf dem neugestalteten Festplatz zu empfangen, sollten auch in Hamburg Plakate ausgehängt werden. Doch dazu kam es nicht mehr: Die Monatsversammlung vom 5. Juli ist die letzte protokollierte vor Ausbruch des 1. Weltkrieges.

1915 – 1918
Während der Kriegsjahre ruhte der Verein.

1919
Die erste Versammlung nach den Kriegswirren fand am 23. Mai 1919 statt. Dabei wurde der gefallenen Vereinsmitglieder Johannes Lorenzen, Ernst Steffen und Julius Stahlbuhk gedacht und geplant, eine Erinnerungstafel für sie in der Schießhalle anzubringen. Dies sollte aber erst geschehen, wenn auch alle Gefangenen zurück wären.

Trotz aller Bedenken wurde ein Königsschießen, diesmal parallel mit einem Volksfest, veranstaltet. Hermann Kähler löste dabei den seit 1913 regierenden Hein Eggers ab. Für die Durchführung wird ein Extra-Beitrag von 15 Mark pro erhoben.

1920
Durch den Tod von J. Lorenzen wird August Albers neuer 2. Schriftführer. Der Jahresbeitrag wird auf nunmehr 12 Mark angehoben. König wird Heinrich Voß.

1921
In diesem Jahr starben noch vor dem Schützenfest im August zwei langjährige Vereins- und Vorstandsmitglieder. Nachfolger für den Präses Hermann Raeck wird dessen Stellvertreter Peter Peters, für den Dr. Custodis 2. Vorsitzender wird. Als Nachfolger für den 1. Schriftführer Karl Kröger, dessen launige Kommentare das Lesen der Protokolle so angenehm machte, wählte die Versammlung Adolf Ohlrogge.

Allmählich setzt die Inflation ein: Für das Schützenfest werden 10.000 Mark bewilligt. Bei diesem Fest, bei dem der Festplatz erstmals elektrisch beleuchtet wurde, ergab sich bei Einnahmen von 32.287,10 Mark und Ausgaben von 26.275,30 Mark ein Reingewinn von 6.011,80 Mark. Beim Königsschießen werden erstmals eigene Waffen zugelassen.

Der neue König ist der 1. Vorsitzende Peter Peters, der nach 1875 und 1899 nun im hohen Alter zum dritten Mal König wird.

1922
Bei der Winterfestlichkeit begnügt man sich dieses Jahr aus Kostengründen mit einer gemeinsamen Kaffeetafel. Und weiter steigen die Preise, wovon auch der Verein nicht verschont bleibt: Für das große 325jährige Jubiläum (ausgehend von der Gründung 1597), das mit großem Aufwand und u. a. einem zweiten Festzelt gefeiert werden soll, lässt sich der Vorstand 50.000 Mark bewilligen. Auf einer außerordentlichen Generalversammlung im April kommt man um eine Beitragserhöhung auf 50 Mark pro Jahr für ordentliche und 30 Mark für außerordentliche (passive) Schützen nicht herum, und kurz vor dem großen Fest müssen auf Antrag des Kassierers die Eintrittsgelder zu den Lokalitäten noch auf 20 Mark erhöht werden.

Aus Anlass des Jubiläums stiftet die Gesellschaft eine hölzerne Königsscheibe, auf die dann direkt der Königsschuss abgegeben wurde. Über das Jagdmotiv wurde eine Zielscheibe gelegt, so dass das Zentrum direkt über dem waidmännisch besten, d. h. Tödlichen Schuss lag. Jeder Schuss wurde anschließend der Reihe nach nummeriert und mit einem kleinen Holzpflock markiert, wie es noch auf den Scheiben zu sehen ist. Die Schützen wurden in der Schießkladde ebenfalls in der Reihenfolge nummeriert, wie sie gerade geschossen hatten, so dass nur anhand von Scheibe und Schießkladde zusammen der neue König ausgewertet werden konnte. An diesem System hat sich im Prinzip bis heute nichts geändert. Offensichtlich ist dies der Beginn des einzelnen Königsschusses und das Ende einer Serie von mehreren Schüssen, deren bestes Ergebnis dann zur Königswürde führte.

Seit diesem Jahr muss übrigens jeder König für das nächste Königsschießen solch eine Scheibe stiften, die dann in der Schießhalle ausgehängt wird, und eine zweite Scheibe, die der König dann für sich zur Erinnerung bekam. Jubiläumskönig wurde auf dieser ersten Königsscheibe Heinrich Dölle aus Altengamme, und trotzdem blieb die Altengammer Kette verschwunden (siehe Kapitel Königsketten). 1922 erfolgte dann auch der Beitritt zum Norddeutschen Schützenbund.

Da sich die Klagen über den Zustand der vereinseigenen Waffen mehrten, wurde ein Waffenmeister aus den Reihen des Vereins bestellt. Als erster übernahm August Albers dieses Amt.
Entsprechend dem Beschluss vom Vorjahr erhielt der König bei seinen Ausmärschen eine Ehrenwache von acht Schützen. Auch diese Einrichtung hat sich bis heute gehalten, und als sogenannte Reveille-Gruppe müssen diese Schützen heutzutage am Sonntag besonders früh aufstehen, da es zu ihren Pflichten gehört, auch den Weckruf zu begleiten.

1923
Die Inflation strebt ihrem Höhepunkt zu: Der Beitrag wird im Februar auf halbjährlich 500 Mark festgelegt, das Fehlen bei der Generalversammlung kostet 100 Mark und das Fernbleiben bei Ausmärschen und Beerdigungen 500 Mark! Für das Schützenfest werden 12 Millionen Mark bewilligt, und es ergibt sich ein Überschuss von 18.140.480 Mark. Dem Platzmeister Hermann Stahlbuhk müssen die Haare zu Berge gestanden haben. Verzeichnete er im Vorjahr noch Ausgaben von 776 Mark und Einnahmen durch Standgelder von 1.485 Mark, so musste er für 1923 notieren: Ausgaben 47.000 Mark und Einnahmen 100.000 Mark.

Ein Grog kostete auf dem Schützenfest weit über 1.000 Mark, und der Vereinswirt Arthur Pahl schickte seine Frau sofort, nachdem ein großer Blumenkorb (normale Kassen reichten nicht mehr aus) voll mit Scheinen war, zur Mühle, wo sie für das eilends in einen Rucksack gestopfte Geld gerade einen Zentner Schrot für die Schweine bekam; die Preise steigen mittlerweile stündlich!

König wurde in diesem Inflationsjahr der Maiblumenexporteur Ernst Ferdinand Michaelsen.

1924
Die Inflation ist überwunden, die Beiträge betragen wieder 5 Mark. Wer ein Monatsschießen oder eine Vorstands- oder Generalversammlung versäumte, muss nun noch 50 Pfennig Strafe zahlen, und das Fehlen bei Ausmärschen und Beerdigungen wird mit 3 Mark geahndet. Neueintretende Schützen müssen im ersten Jahr einen Beitrag von 20 Mark entrichten.

Anstelle des verstorbenen Fahnenträgers Ernst Hamester wird der Curslacker Gastwirt August Christiansen gewählt.

Für das Schützenfest, das nun mit dem Königsschießen verbunden ist, wird der Pavillon versetzt, um eine bessere Platzaufteilung zu bekommen. Bälle mit Saalmusik finden in diesem Jahr gleichzeitig im Schützenhof, in Stadt Lübeck und in Stadt Hamburg (Timmann) statt.
Zur Förderung des Schießsports sollen fünf neue Scheibenbüchsen zum Preis von insgesamt 1.250 Mark über Anteilsscheine angeschafft werden.

König wird am 11. August zum zweiten Mal Adolf Ohlrogge, der derzeitige 1. Schriftführer.

1925
Der Verein greift durch: Nach langer Debatte, die sich über mehrere Versammlungen hinzieht, wird ein Schützenbruder aus Curslack wegen Beleidigung des Vorstandes und vereinsschädigendem Verhalten aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Der Beitrag erhöht sich auf 20 Mark (bei nunmehr halbjährlicher Zahlungsweise), dafür ist das Essen auf der Winterfestlichkeit nun für Vereinsmitglieder frei. Außerdem bezahlt die Vereinskasse bis auf weiteres die Patronen bei den Monats- und Preisschießen.

Extra bezahlen muss jeder Schütze den Anzeiger; jenen extra bestellten Mann, der aus der Deckung bei den Scheiben heraus mit einer großen Kelle auf einer Anzeigetafel das jeweilige Schussergebnis anzeigte. Eine andere „Verbindung“ zwischen Schießstand und der 150 Meter entfernten Schanze gab es nicht (wie einfach haben wir es doch heute mit den modernen Zugscheiben …). Jeder Schütze musste, nachdem er geschossen hatte, 50 Pfennig Anzeigergeld bezahlen.

Und noch eine zusätzliche Ausgabe kam in diesem Jahr auf die Mitglieder zu: Nach langer Diskussion wurde eine Königsversicherung in Höhe von 2 Mark pro Mitglied eingeführt. Dieses Geld wurde dem König zur Verfügung gestellt, um seine Anforderungen für sein Königsjahr etwas zu mildern. Moderne Zeiten brechen in der Schießhalle an: Die alten Petroleumlampen werden durch elektrisches Licht ersetzt.

Selbst können sie noch nicht Mitglied werden, aber es wird beschlossen, dass die Ehefrauen von Mitgliedern einen Kranz zu ihrer Beerdigung gestiftet bekommen.
Mit Hans Eggers bekommt der Verein im August den bisher jüngsten König – er ist gerade 25 Jahre alt.

Beim Preisschießen im September wird zum ersten Mal in zwei Altersklassen geschossen: Schützen bis 45 Jahre und über 45 Jahre.

1926
August Zeyn vom Achterdiek, der im vergangenen Jahr bereits Nachfolger von Ernst Michaelsen als Offizier einer der vier Abteilungen, in die der Verein bei der Marschordnung eingeteilt ist, geworden war, wird neuer Vorsitzender der Schießkommission; Ernst Timmann jr. neuer Waffenmeister.
In den neuen Statuten, die im Mai angenommen werden, wird festgelegt, dass Vereinsmitglieder, die über 70 Jahre alt sind und dem Verein 25 Jahre angehören, Ehrenmitglieder werden. Vereinsmitglieder über 70, die die 25 Jahre noch nicht erreicht haben, sind automatisch beitrags- und straffrei.

Wieder ist man anderen Vereinen behilflich: Der Festplatz und der Pavillon werden für 25 Mark Entschädigung dem Reit- und Fahrverein für ein Turnier überlassen. Die Bitte um Errichtung einer Ehrenpforte muss aber leider abgelehnt werden. Diese war bei einer Veranstaltung der Militärischen Kameradschaft bei einem Sturm so schwer beschädigt worden, dass sie nicht mehr aufgebaut werden kann (vermutlich 1925). Trotzdem stellt man auch diesem Verein in diesem Jahr den Platz mit Pavillon, Fahnenstangen und Brücke zum Nachbargrundstück wieder zur Verfügung.

Zusammen mit den Bergedorfer Schützen nimmt man am diesjährigen Bundesschießen in Hamburg teil, nachdem im Vorjahr eine Abordnung von drei Schützen diese Veranstaltung in Flensburg besucht hatte. Neuer König wird der Fahnenträger August Christiansen.

1927
Da der Preis von 7,50 Mark für das Karpfenessen auf der Winterfestlichkeit bei Pahl zu hoch erschien, weicht man zu Stahlbuhk aus. Die Schießkommission setzt die Anschaffung eines Gewehrschrankes für die Vereinsgewehre und eine eigene Kasse durch, die aber mit der Hauptkasse abgerechnet werden muss. Patronen, die eine Zeitlang von der Vereinskasse getragen wurden, müssen von den Schützen für 10 Pfennig pro Stück wieder selbst gekauft werden. Das bringt einen Gewinn auf den Einkauf von 0,5 Pfennig.

Der Jahresbeitrag wird mal wieder erhöht, er beträgt künftig 25 Reichsmark. U. a. soll dies die neue Ehrenpforte mitfinanzieren. Bei der Ausschreibung dafür erhielt das Curslacker Vereinsmitglied Tischler Ernst Timmann mit 633 Reichsmark den Zuschlag, und er begann sofort mit den Bauarbeiten. Bereits zum Schützenfest im August, auf dem der Musiker Hans Schütt die Königswürde errang, konnte der Festzug durch die neue Ehrenpforte einmarschieren.

Am Bundesschützenfest in München nahm der Verein mit einer Abordnung teil.

1928
In diesem Jahr findet die Winterfestlichkeit beim Vereinsmitglied Karl Timmann (Stadt Hamburg) statt. So sollen auch die anderen Wirte, die ebenfalls Vereinsmitglieder sind, in den Genuss von Vereinsveranstaltungen kommen. Auf der Generalversammlung findet der Antrag von „I.C. Reimers und Genossen“ breite Zustimmung, dass der 1. Vorsitzende zukünftig nicht mehr auf Lebenszeit, sondern nur noch auf vier Jahre gewählt werden soll. Wilhelm Jone wird 2. Vorsitzender der Gesellschaft und löst Dr. Custodis ab.

Auf dem Schützenfest, auf dem der Bergedorfer Gastwirt Heinrich Albers (Hein Junior) neuer König wird, werden alte und Ehrenmitglieder sowie Invaliden beim Umzug am ersten Festtag in Autos gefahren, um ihnen so eine Teilnahme zu ermöglichen.

1929
In der Vereinsführung gibt es folgende Veränderungen: Nachfolger für den aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Vorsitzenden Peter Peters wird Wilhelm Jone. 2. Vorsitzender wird Adolf Ohlrogge, und dessen bisheriges Amt als 1. Schriftführer übernimmt Otto Michaelsen.

Im Mai wird der Gedenkstein für die Opfer des 1. Weltkrieges auf dem Platz eingeweiht. Auf ihm ist nun die Ehrentafel befestigt, die bisher in der Schießhalle hing. Von diesem Jahr an nimmt der Verein auch abwechselnd in Curslack und Neuengamme an den Gedenkgottesdiensten teil.

Das Punkt- und Monatsschießen am 26. Mai wird nicht gewertet, da viele Schützenbrüder am Tag zuvor große Schäden beim gewaltigen Hagelschlag erlitten hatten und wegen Aufräumungsarbeiten nicht kommen konnten. Auf dem Schützenfest, bei dem in diesem Jahr die Reveille erstmals ausfällt, da der König in Bergedorf wohnt, löst Hermann Stahlbuhk den Gastwirt Heinrich Albers ab. Der stiftet zum Andenken an sein Königsjahr ein neues Protokollbuch.

Auf diesem Schützenfest ist erstmals auch ein Damenschießstand für Luftgewehr eingerichtet worden, der großen Zuspruch fand. Er bleibt für die nächsten Jahre eine feste Einrichtung auf den Schützenfesten.

1930
Neben vielen anderen Schützenfesten im Heimatgebiet besucht eine Abordnung von acht Schützen auch das 19. Deutsche Bundesschießen in Köln.

Um einen noch besseren Besuch der Monats- und Punktschießen zu erreichen, wird nun jedes Mal auch ein Preisschießen um silberne Löffel veranstaltet. Wer sein Besteck auf diese Weise vervollständigen möchte, hat dazu weiterhin wie seit mehreren Jahren beim Abschlusspreisschießen im September Gelegenheit. Auf dieser Veranstaltung werden dann auch die Jahresergebnisse verkündet und die Preise vergeben. Da es sich meist um silberne Löffel handelte, bekam diese Veranstaltung den Namen Löffelschießen.

Das Schützenfest beginnt von nun an bereits am Sonnabend mit einem großen Zapfenstreich und erstreckt sich bis zum Montag. Beim Königsschuss haben über 70 Schützen teilgenommen, wobei Willi Stahmer den besten Schuss abgab.

Das Punktschießen erfolgt mittlerweile in drei Altersklassen, um die Chancen auch für ältere Schützen zu wahren: Stamm bis 45 Jahre, Altersklasse 45 – 70 Jahre und Senioren über 70 Jahre.

1931
Erste Anzeichen der Weltwirtschaftskrise machen sich auch bei den Schützen bemerkbar: Um Kosten einzusparen, werden für den Winterball im Januar nur noch fünf statt wie bisher sieben Musiker engagiert. Dies tat der Stimmung aber keinen Abbruch, denn erst morgens um acht Uhr fand der letzte Tanz statt.

Auf der Generalversammlung im Februar, bei der eine Mitgliederzahl von 102 festgestellt wurde, wird Karl Piepgras Nachfolger des verstorbenen 2. Kassierers Robert Steinke.
Am 21. Juni findet zum ersten Mal eine überregionale Veranstaltung auf dem Vierländer Schießstand statt: Das „3. Wettschießen der Schützenvereine des Hamburger Landgebietes um die Goldene Medaille des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg“. Der Sieger der Medaille, neben der noch viele andere Preise in verschiedenen Konkurrenzen ausgeschossen wurden, ist C. von Elm aus Cuxhaven.

Um das Freihandschießen zu fördern, wird neben dem üblichen Auflagepreisschießen um vier silberne Löffel bei jedem Monatsschießen nun ein ebensolches für die Freihandkonkurrenz geschossen.

Das Schützenfest in diesem Jahr, bei dem Carl Heitmann aus Curslack die Königswürde erringt, steht unter keinem guten Stern. Da die wirtschaftliche Situation immer schlechter wird, werden die Tanzkarten für die Festsäle von 2 auf 1,50 Reichsmark ermäßigt, um so doch noch einen guten Besuch der Veranstaltungen zu erreichen. Aber die in Kraft getretenen Notverordnungen der Reichsregierung zwingen auch die Vierländer zum Sparen, und auch das schlechte Wetter trägt dazu bei, dass zum ersten Mal seit Jahren das Schützenfest mit einem Minus von 1.311,61 Reichsmark abschließt, welches auch nicht durch den eher bescheidenen Überschuss von 218,53 Reichsmark der Schießkasse gemildert wird. Als Konsequenz werden beim großen Abschlussschießen im September keine silbernen Löffel als Preise ausgesetzt, sondern die bei der Schützenfest-Tombola übriggebliebenen Gewinne. Der finanzielle Verlust wird nach seiner Veröffentlichung durch eine Umlage von 12 Reichsmark pro Mitglied gedeckt.

Neben diesem Beschluss der Versammlung im September wird auch dem Antrag eines besonders scharfsichtigen Schützenbruders entsprochen, die Jahreszahl auf dem Vogel der Neuengammer Kette genauer untersuchen zu lassen. Ihm waren Zweifel gekommen, ob es wirklich 1597 heißt (wie bisher angenommen), sondern vielmehr 1592, was sich dann als richtig erweist.

1932
Die wirtschaftliche Situation spitzt sich zu und geht auch an der Schützengesellschaft nicht spurlos vorbei: Der Winterball entfällt wegen zu geringer Beteiligung, die Mitgliederzahl ist auf 97 geschrumpft.

Das Schützenfest schließt immerhin in diesem Jahr mit einem Plus von sage und schreibe 15 Pfennig ab, und die Schießkasse hat einen Überschuss von 53 Reichsmark! Trotzdem werden drei Gewehre mit neuen Läufen versehen, die Zuversicht auf bessere Zeiten ist noch nicht geschwunden. Am Schützenfestmontag gibt es in diesem Jahr zum ersten Mal einen Laternenumzug mit Musikbegleitung für die Kinder, und beim traditionellen Löffelschießen als Abschluss der Schießsaison im September denkt man auch an die Damen: Für sie wird extra ein Damenschießstand eingerichtet und ein gemütlicher Nachmittag im Kreise der Vereinsmitglieder organisiert.

König wird in diesem Jahr der Gemüse- und Obsthändler Claus Heitmann aus Neuengamme.

1933
Um die Aufnahme neuer Mitglieder zu fördern und den Stand von nunmehr nur noch 83 Mitgliedern aufzustocken, wird das Beitrittsgeld von 20 Reichsmark fallengelassen. Auch ist die Anschaffung einer Uniform erst im 3. Mitgliedsjahr erforderlich. Neben anderen Ausmärschen bei befreundeten Vereinen nimmt die Schützengesellschaft in diesem Jahr auch am Ernteumzug in Hamburg und an der Bannerweihe des Schießklubs Tell teil, bei der Wilhelm Jone die Festrede hält.

Ein herausragendes Ereignis ist die Gründung einer Jungschützenabteilung, deren erste Ausbilder Gustav Buhk für das Marschieren und Verhalten im Umzug und Hans Eggers für die sportlichen Belange werden. Noch bis zum Schützenfest bauen die acht Jungschützen mit ihrem Trainer Hans Eggers und dem Vereinswirt Arthur Pahl einen Kleinkaliberstand in die bestehenden Großkaliberanlagen ein; in ihrer Altersklasse von 16 – 21 Jahren dürfen sie noch kein Großkaliber schießen. Daher wird nach 50 Metern auf der Schießbahn eine herunterklappbare Zieleinrichtung auf einem Stand geschaffen.

Beim Schützenfest wird zum ersten Mal an drei Tagen (Sonnabend, Sonntag und Montag) marschiert; an den Ausmärschen nehmen nun auch die Jungschützen teil.
Hans Schütt, der König von 1927, beweist, dass er noch immer gut schießen kann: In Geesthacht erringt er die Goldene Senatsmedaille, das herausragende sportliche Ergebnis in diesem Jahr.
Um auch im Winter trainieren zu können, wird in der ungenutzten Kegelbahn des Schützenhofes ein Zimmerstutzenstand eingerichtet, auf dem mit verringerter Munition und Kleinkalibergewehren geschossen wurde.

Die Ereignisse in der Politik wirken sich jetzt immer stärker auf das Vereinsleben aus: Auf einer außerordentlichen Generalversammlung am 20. November erfolgt die „Gleichschaltung“. Da der 1. Vorsitzende Wilhelm Jone nicht Mitglied der NSDAP ist, muss der gesamte Vorstand zurücktreten, um Neuwahlen zu ermöglichen. Die neue Position des „Vereinsführers“ anstelle des 1. Vorsitzenden übernimmt nach seiner Wahl Dr. Max von Wnorowski, sein Stellvertreter wird Otto Michaelsen. Schießobmann wird Ernst Timmann und Schießwart Hans Eggers. Bei den Kassieren gibt es einen Wechsel: Auf Wunsch des bisherigen 1. Kassierers Ferdinand Michaelsen tauschen er und Karl Piepgras ihre Ämter. Zugoffiziere werden Adolf Ohlrogger und Gustav Buhk.

König bei den Stammschützen wird Otto Flemming aus Altengamme, den man zur Proklamation erst einmal von Zuhause abholen muss, da er auf Grund der Anstrengung während der vergangenen Tage sehr müde und bereits ins Bett gegangen war. Erster Jungschützenkönig wird Henry Drews.

1934
Die Mitgliederzahl steigt auf 102 Stammschützen und 25 Jungschützen.
Offensichtlich haben auch die Damen Spaß am Schießsport gefunden, denn noch im Frühjahr wird eine Damenabteilung ins Leben gerufen, die sich im Juni bereits zusammen mit Stamm- und Jungschützen an einem Freundschaftswettkampf beim Schießklub Rote Haus in Bergedorf beteiligt.

Ein schwerer Schlag trifft den Verein, als Ende Juli der Reichspräsident von Hindenburg stirbt. Auf Grund der angeordneten 14tägigen Staatstrauer kann das Schützenfest nicht zum geplanten Termin abgehalten und aus terminlichen Gründen auch nicht verlegt werden. Als Ersatz für das ausgefallene Schützenfest wird am 9. September ein größeres Preisschießen mit Königsschuss veranstaltet. Der scheidende König Otto Flemming wird dabei von E. Heitmann in Altengamme abgeholt, die Jungschützen veranstalten einen eigenen Umzug vom Curslacker Bahnhof.

Neuer Schützenkönig wird Amandus Albers, Jungschützenkönig wird Heinz Speth. Bei diesem Preisschießen wird zum ersten Mal auch ein Kleinkaliberschießen für die Jungschützen und die Damenabteilung veranstaltet.

1935
Erstmals wieder findet eine Winterfestlichkeit bei sehr niedrigen Preisen, gestützt durch Haupt- und Schießkasse statt, was auf eine allmähliche Entspannung der wirtschaftlichen Situation hindeutet. Im April tritt eine neue Satzung in Kraft, die als Einheitssatzung von den politisch Verantwortlichen vorgegeben wird. Die Jungschützenabteilung umfasst mittlerweile 22 Schützen, in der Damenabteilung sind 13 Damen aktiv.

In diesem Jahr erfolgt die Eintragung in das Vereinsregister beim Amtsgericht Bergedorf.
Das Schützenfest, das in diesem Jahr als großes Schützen- und Heimatfest veranstaltet wird, sieht an allen drei Tagen (Sa, So und Mo) große Ausmärsche des Vereins vor, wobei der scheidende König A. Albers von seiner Wohnung am Hinterdeich mit Zwischenfahrten per Auto direkt vom Verein abgeholt wird. Am Montag findet zusätzlich ein großer Kinderumzug statt.

König wird zum zweiten Mal der Trainer der Jungschützen, Hans Eggers. Sein Pendant bei den Jungschützen ist Hermann Wulff. Am Ende des Jahres stirbt der Ehrenkommandeur des Vereins, Ferdinand Michaelsen.

1936
Wegen der Olympischen Spiele in Berlin wird das Schützenfest verlegt. Nachfolger von Hans Eggers wird Hermann Stahlbuhk, der damit nach 1929 zum zweiten Mal die Königswürde erringt. Bei den Jungschützen wird Werner Eggers neuer König.
Nachfolger für den verstorbenen 2. Vorsitzenden Otto Michaelsen wird Ernst Stahmer.

1937
Neuer König bei dem am 9. August während des Schützenfestes ausgetragenen Königsschuss wird der ehemalige 1. Vorsitzende Wilhelm Jone, bei den Jungschützen erringt Adolf Ohlrogge den besten Schuss. Interessant ist ein dokumentierter Kostenvergleich: Für das Feuerwerk werden in diesem Jahr 300 Reichsmark ausgegeben, für die gesamte Musik bei Ausmärschen und in den Sälen 740 Reichsmark.
Nachfolger von Dr. Wronowski als Vereinsführer wird Adolf Ohlrogge, der bereits 1929 bis 1933 2. Vorsitzender war. 1. Schriftführer wird Hermann Stahlbuhk.

1938
Die neue Schießordnung bestimmt, dass sämtliche Wettkämpfe nur noch im Freihandschießen ausgetragen werden. Die neben zwei Stammschützenmannschaften gemeldete Jungschützenmannschaft soll dafür besonders intensiv ausgebildet werden. Auf dem Schützenfest, kurz vor der Proklamation der neuen Könige Julius Harden (Stammabteilung) und Karl Buhk (Jungschützen), wird eine vom Deutschen Schützenverband gestiftete Fahne geweiht, die fortan als Jungschützenfahne dienen soll.

1939
Nachfolger von Ernst Timmann als Schießwart wird Heinrich Busch. Das Schützenfest am 13. und 14. August (also 14 Tage vor Ausbruch des 2. Weltkrieges) wird wieder in traditioneller Weise abgehalten.
Auch in diesem Jahr finden am Sonntag in den Sälen von Pahl, Stahlbuhk und Timmann Bälle statt.
Bei der Proklamation der neuen Majestäten werden Henri Eggers (nach seiner Hausnummer „86“ genannt) als Stammschützenkönig und Heinrich Eggers als Jungschützenkönig ausgerufen.

Zu diesem Zeitpunkt ahnt noch keiner, dass es für die nächsten neuen Jahre das letzte Schützenfest sein wird und dass der neue König sein Königsfrühstück erst 1948 ausrichten kann, auf dem er den Beinamen „Der Ewige“ erhält.

1940
Trotz des seit dem 1. September 1939 laufenden Krieges geht das Vereinsleben weiter. Nunmehr beginnen aber die Versammlungen oft mit dem Gedenken an gefallene Schützenbrüder. Bei der Hauptversammlung im Februar wird zwar noch geplant, in gewohnter Weise ein Schützenfest abzuhalten, welches aber dann auf Grund des andauernden Krieges abgesagt wird. Anstelle dessen wird ein kleines Preisschießen ohne Königsschuss veranstaltet.

1941
Für dieses Jahr, in dem der Ehrenvorsitzende Peter Peters stirbt, gibt es keine Protokollaufzeichnungen. Aus dem Jahresbericht von 1942 für das vorausgegangene Jahr wird aber ersichtlich, dass das Vereinsleben bis auf die Tatsache, dass kein Schützenfest stattfand, durch die Kriegsereignisse nicht wesentlich betroffen wurde.

1942
Das Protokoll der Hauptversammlung vom 11. Januar verzeichnet trotz der herrschenden Kriegswirren die Aufnahme von sieben neuen Mitgliedern. Und offensichtlich sehen die Mitglieder noch optimistisch in die Zukunft. Zwar kann das 350jährige Jubiläum in diesem Jahr nicht gefeiert werden, aber die dringend notwendige Reparatur des Schießstandes soll in Angriff genommen werden.

Und auch von der nächsten Hauptversammlung im Dezember 1942, die für das folgende Jahr vorgezogen wurde, wird nur über die üblichen Geschäftsordnungspunkte berichtet. Diese beiden Protokolle sowie das folgende sind von Friedrich Müller abgefasst und unterschrieben worden, offensichtlich in Vertretung des eigentlichen 1. Schriftführers Hermann Stahlbuhk, der eingezogen war.

1943
Wie für 1941 liegt auch für dieses Jahr kein Protokoll vor. Der Schießbetrieb ging aber offensichtlich seinen gewohnten Gang.

1944
Bei der Hauptversammlung im Januar verzichten die Mitglieder auf die fällige Einlösung der Anteilsscheine, die zur Geldbeschaffung für Reparaturen ausgegeben waren, zu Gunsten des Vereins, um notwendige Reparaturen an der Schießhalle und den Anlagen durchführen zu können.
Aus der Neuwahl des 1. Vorsitzenden, die auf Grund des Verzichts von Adolf Ohlrogge erforderlich wird, geht Wilhelm Jone einstimmig als dessen Nachfolger hervor. Damit übernahm er wieder das Amt, das er bereits von 1929 – 33 bekleidet hatte.

An dieser Stelle brechen die Protokolle ab. In einem „Notbericht“ von 1946 schildert Wilhelm Jone knapp, was seit dem Kriegsende in Bezug auf den Verein und seine Mitglieder zugekommen war. Dieser Bericht ist hier wiedergegeben.

Die Fahne und das alte Tischbanner der Gesellschaft überdauerte das Kriegsende und die Nachkiegswirren in Bleich eingelötet im Hühnerstall von Wilhelm Jone. Die Kette war bei Hans Eggers auf der Diele unter Mistbeetfenstern versteckt. Obwohl die Gewehre abgegeben werden mussten und der Schießsport verboten war, gelang es doch, auch in der ersten Zeit nach dem Krieg wieder ein „Preisschießen“ mit einem Luftgewehr zu veranstalten. Dieses fand verborgen im Garten des Schützenwirts Arthur Pahl statt. Als Ziel dienten an einer Leine aufgehängte Tannenbaumkugeln, und als Preis gab es einen Köm oder ein andere Getränk.

1948
Am 15. Februar fand die erste Versammlung nach dem Kriege im Vereinslokal satt. In einem Bericht wird über das Chaos nach Kriegsende informiert. Bis zu diesem Tag, an dem ein neuer Anfang gemacht werden soll, ruhte die Vereinstätigkeit. Als erstes werden die Statuten aus der Zeit vor 1933 verlesen und von der Versammlung genehmigt. Da das Schießen von der englischen Besatzungsmacht noch verboten ist, konzentriert man sich auf die Ausrichtung eines Schützenfestes, für das ein Etat von 10.000 Reichsmark bewilligt wird. Durch die Währungsreform wird es im Juli notwendig, den Schützenfest-Etat noch einmal neu zu kalkulieren. Die Ausgaben für Feuerwerk und Musik werden mit 2.500 DM veranschlagt, die zu erwartenden Einnahmen mit 3.000 DM. Wie gut diese Schätzung war, zeigt sich hinterher bei der Abrechnung, die einen Reingewinn von 338,80 DM ausweisen wird.

Das erste Schützenfest nach dem Krieg beginnt am Sonnabend mit einem Kommers im Schützenhof. Am Sonntag finden in den drei üblichen Sälen Bälle statt. Am Montag kann Henri Eggers endlich mit achtjähriger Verspätung sein Königsfrühstück feiern. Am Nachmittag findet wie bereits am Sonntag ein Platzkonzert statt, und auch an die Kinder wird gedacht: Mit viel Mühe wird ein Kindervergnügen organisiert, bei dem gestiftete Preise zur Verteilung kommen. Die Durchführung des Königsschusses erweist sich als problematisch, wird aber geschickt gelöst. Wollte man zunächst mit einer Armbrust schießen (was erlaubt gewesen wäre), so findet der Königsschuss jetzt mehr oder weniger geheim mit dem Luftgewehr von Johannes Mohn auf dem Saal des Schützenhofes statt. Im Anschluss daran erfolgt der erste Ausmarsch der Schützen. Da auch dieser noch in der Öffentlichkeit verboten ist, geht er durch die Küche wieder in den Saal des Vereinslokals, in dem dann am Abend noch einmal Tanz veranstaltet wurde.

Als Nachfolger von „86“ dem „Ewigen“, wird Alfred Eggers proklamiert. Ein neuer Jungschützenkönig wird noch nicht ausgeschossen, da sich die Abteilung nach der geschlossenen Übernahme der „Vorkriegsjungschützen“ in den Stamm erst wieder im Aufbau befindet.
Dass dieses Fest überhaupt stattfinden konnte, ist in erster Linie der Zähigkeit von Wilhelm Jone zu verdanken, der die vielen Hindernisse und Schwierigkeiten durch die Behörden aus dem Weg räumen konnte.

Wohl besondere Freude, aber auch Wehmut, erregt die Vorführung eines Films von Heinrich Steffens nach der Abrechnungsversammlung für das Schützenfest bei Stolt. Diese Aufnahmen hatte er 1939 beim letzten Schützenfest vor dem Krieg gedreht und konnte sie nun erstmals zeigen, wobei eben auch Szenen mit gefallenen Schützenbrüdern vorkamen.

1949
Nachdem die von der Justizbehörde verlangte Auflösung der Gesellschaft gerade noch verhindert werden kann, nennt sich der Verein nun „Vierländer Heimatverein, ehemals Vierländer Schützengesellschaft“.

Das Leben normalisiert sich langsam wieder, aber immer noch sind gegenseitige Hilfe, Findigkeit und Geschick vonnöten. Die dringend notwendigen Reparaturarbeiten an Stand und Anlagen können nun endlich durchgeführt werden, nicht zuletzt dank einer Spende von drei Rollen Dachpappe durch Gerhard Karig. Und gegen eine Platzmiete wurde der Neuengammer Gemeindeverwaltung gestattet die Marktwagen während des Neuengammer Marktes auf dem Schützenplatz abzustellen. Jeder Groschen zählt!

Leider ist es noch nicht gestattet, eine Tombola auf dem Schützenfest abzuhalten, doch das tut diesem Fest keinen weiteren Abbruch. Neuer Schützenkönig wird hierbei Ernst Stahmer, ein Jungschützenkönig wird noch nicht proklamiert. Auch die Reinbeker Schützen veranstalten zum ersten Mal nach dem Krieg ein Schützenfest, an dem auch die Vierländer wieder teilnehmen, um alte Freundschaftsbande neu zu knüpfen.

Und noch eine gute Nachricht in dieser Zeit des Mangels erfreut das Schützenherz: Bei Richard Wulff (Kattunrieter) sind wieder Uniformstoffe zu haben, so dass wieder neue Uniformen geschneidert werden können, wenn dafür das Geld vorhanden ist.

1950
Auf die Schützen kommt eine Beitragserhöhung von jährlich 4 DM zu, damit sich der Verein Rücklagen schaffen kann. Außerdem sollen vereinseigene Luftgewehre angeschafft werden, das Schießen ist mittlerweile wieder erlaubt. Allerdings wird von nun an nur noch mit dem Kleinkalibergewehr geschossen; das Großkaliberschießen ist nach dem Krieg nicht wieder aufgenommen worden.
Die vor dem Krieg bestehende Damenabteilung hat sich aufgelöst. Für die Unterhaltung der Damen ist auf dem Schützenfest am ersten Wochenende im August durch eine Kegelbahn gesorgt. Durch gewaltige Einsparungen gelingt es, beim Schützenfest einen Reingewinn von 1.100 DM zu erzielen. Nachfolger von Ernst Stahmer wird Gustav Jacobsen, genannt „Der Eiserne“.

1951
In diesem Jahr hat der Verein insgesamt 103 Mitglieder. Um einem Mitgliederschwund auf Grund von Nachwuchsmangel entgegenzuwirken, wird nun wieder eine Jungschützenabteilung ins Leben gerufen. Die Werbung dafür erfolgt u. a. auch durch Anzeigen in der Bergedorfer Zeitung. Der Erfolg ist groß, und so kann Nikolaus Albers Ende Juli als erster Jungschützenkönig neben Johannes Kahl als Stammkönig proklamiert werden. Die wirtschaftliche Situation der Mitglieder stabilisiert sich wieder, so dass auch wieder beim Fehlen bei Beerdigungen 3 DM und beim Versäumen der Ausmärsche 1 DM Strafgeld erhoben werden kann.

1952
Um der geringen Beteiligung beim Schießen entgegenzuwirken, wird jetzt verstärkt die Schießanlage renoviert und modernisiert. Anstelle der Reparatur und des Ausbaus der Schanze und des Kugelfangs werden sechs Automaten (wegen ihrer mechanischen Schussanzeige „Hampelmänner“ genannt) angeschafft. So können jährlich Anzeigergelder von 300 DM eingespart werden. Die Finanzierung wird wie in früheren Jahren bei größeren Anschaffungen über die Ausgabe von Anteilsscheinen gesichert. Der Verein feiert in diesem Jahr sein 360. Jubiläum am 20., 21. und 27. Juli, wobei der letzte Tag hauptsächlich dem Kindervergnügen und einem kleinen Ausmarsch von der Gastwirtschaft des Vorsitzenden Wilhelm Jone zum Schützenhof vorbehalten ist. Am Kommersabend bereiten die Damen der Mitglieder eine angenehme Überraschung: Heimlich hatten sie 800 DM gesammelt und überreichen den Betrag dem Vorstand, der mit diesem Geld sofort eine der neuen Scheiben abdecken kann. Jubiläumskönige werden Franz Kolbow beim Stamm und Peter Eggers bei den Jungschützen.

1953
Das Winterschießen, das seit dem Krieg auf dem Schießstand bei Jone stattfand, wird wieder auf den Schießstand in der ehemaligen Kegelbahn des Vereinslokals verlegt. Fiete Peters, unser derzeitiger 2. Vorsitzender, kann sich noch besonders gut an dieses Schießen erinnern, hat er sich doch beim Aufwärmen am Kachelofen in der Gaststube seinen neuen Anzug verbrannt und dies erst gemerkt, als es bereits sehr brenzlig roch. Es muss wirklich sehr kalt auf dem Stand gewesen sein… Beim Schützenfest im Sommer erringt er die Königswürde bei den Jungschützen; Stammschützenkönig wird Hermann Koops.

1954
Die Hauskassierer müssen in ihren Bezirken nunmehr 20 DM Beitrag und in diesem Jahr noch eine zusätzliche Umlage von ebenfalls 20 DM kassieren.
Die Jungschützenabteilung ist mittlerweile wieder auf 18 Mitglieder angewachsen und nimmt zusammen mit den Stammschützen in einer Gesamtstärke von 60 Mann am Bundesfest in Bergedorf teil, wobei sich die Vierländer noch durch einen Trommler- und Pfeifenkorps verstärken. Beim Wettkampfschießen belegen sie dabei den 4. Platz.

Bei der Proklamation der Könige gibt es eine Überraschung: Zum ersten Mal werden Vater und Sohn gleichzeitig König, nämlich Ernst und Helmut Larsen aus Curslack. Die Preisverteilung aller Konkurrenzen für dieses Jahr findet auf einem Herbstvergnügen Ende Oktober statt. Hieraus hat sich im Laufe der Jahre dann der Herbstball entwickelt.

1955
Die Gesellschaft öffnet sich nun auch Mitgliedern, die nicht aus den vier beteiligten Gemeinden kommen, sondern aus dem Umland. Nach Auflösung des Schützenbundes Nordmark erfolgt der Beitritt zum Deutschen Schützenbund und die Gründung des Kreisverbandes Sachsenwald, dem auch Vierlanden angehört. In diesem Jahr erringt Walter Ohlrogge die Königswürde bei den Stammschützen und Peter Gutstein bei den Jungschützen.

1956
Die Vierländer Schützengesellschaft richtet erstmals als gastgebender Verein das Kreisschützenfest des Kreisverbandes Sachsenwald aus und feiert gleichzeitig 50jähriges Platz- und Schützenfestjubiläum. Dabei trägt Heinz Seemann als Nachfolger von Willi Stahmer nun die Fahne. Neuer König bei den Stammschützen wird Friedrich „Fiete“ Peters, der gerade von den Jungschützen in die Stammabteilung gewechselt war. Der neue Jungschützenkönig Peter Eggers beweist, dass sein Königsschuss kein Zufall ist: Er wird Bundesmeister in der Jungschützenklasse.

1957
Der Aufschwung kommt und mit ihm das Geld. Zur Entlastung des 1. Kassierers Ernst Eggers wird erstmals seit 1933 wieder ein 2. Kassierer gewählt. Die Wahl fällt dabei auf den Neuengammer Malermeister Friedrich Buck. Auf dem Schützenfest am 28. und 29. Juli treffen Ernst Timmann bei den Stammschützen und Karsten Timmann bei den Jungschützen beim Königsschuss am besten.

1958
Der Jahresbeitrag beträgt mittlerweile 30 DM, aber dadurch ist es möglich, alle Schulden abzutragen und die Arbeiten an der Schießhalle soweit abzuschließen, dass nun auch zunächst einmal alle neuen Auflagen der Behörde erfüllt sind.

Auf dem Schützenfest vom 2. - 4. August wird erstmals am Sonnabend im Schützenhof Tanz veranstaltet; mit so gutem Erfolg, dass dies auch in den nächsten Jahren so gehandhabt wird. Der 1. Vorsitzende Wilhelm Jone erringt die Königswürde zum zweiten Mal und Günter Timmann wird neuer Jungschützenkönig.

Beim Kreisschützenfest in Bergedorf erringen die Jungschützen beim Pokalschießen den Sieg, doch wer behauptet der Schießsport sei nur etwas für die Jüngeren, der sei eines Besseren belehrt: Mit stolzen 58 Jahren wird Hans Eggers Kreismeister in der Freihandkonkurrenz.

1959
Der Schießstand ist zwar funktionsfähig, entspricht aber nicht mehr den modernen Anforderungen, die sich aus der Entwicklung des Schießsports ergeben. Der Neubau eines Betonstandes mit Zugscheiben muss aber vorerst aus finanziellen Gründen zurückgestellt werden; zunächst werden noch zwei automatische Scheiben angeschafft, der Ausbau der restlichen zwei Stände wird zurückgestellt. Auch in diesem Jahr gibt es sportliche Erfolge für einzelne Mitglieder bei den Kreismeisterschaften. Kreismeister in der Altersklasse werden Gustav Peters (Freihand) und Wilhelm Jone (Auflage), und Peter Eggers siegt in der Freihandkonkurrenz der Jungschützen. Heinrich Busch übernimmt von Ernst Pahl die Betreuung der Jungschützen. Die neuen Majestäten heißen Friedrich Buck beim Stamm und Walter Timmann bei den Jungschützen.

1960
Durch Aufkündigung der Pacht durch den Verpächter für den seit Kriegsende nicht mehr genutzten Großkaliberstand verliert der Verein dieses Gelände und somit die Möglichkeit, diese Disziplin wieder zu beleben. Außerdem darf er die an den Platz angrenzende Weide nicht mehr zum Abbrennen des Feuerwerks benutzen, und damit geht auch diese seit 1906 bestehende Tradition verloren. Um den Festplatz zu erweitern, wird der Gedenkstein vor dem Pavillon aufgestellt und somit Platz für drei neue und größere Fahrgeschäfte geschaffen. Für 450 DM werden drei neue Kleinkalibergewehre angeschafft, die mit allen Erleichterungen ausgestattet werden (Diopter, Stopper). Auf Grund der steigenden Zahl von Wettkämpfen im Kreis werden auch die Vereinsgewehre ständig nach auswärts mitgenommen. Um hier Ordnung und Übersicht zu schaffen, dürfen vereinseigene Gewehre nur noch gegen Quittung außerhalb der Schießhalle benutzt werden.

Dieter Eggers als neuer Stammschützenkönig erfährt bereits vor der Proklamation von seinem Glück; da er als Zapfer vor der Schießhalle arbeitet, muss ihn sein Vater Hans, der in der Auswertungskommission ist, dem Wirt ausspannen, damit er noch schnell seine Uniform anziehen kann. Neuer Jungschützenkönig wird Gerhard Buhk.

1961
Auf dem Schützenfest, das von nun an immer von Freitag bis Sonntag dauert, wird Otto Kellinghusen Nachfolger von Dieter Eggers und Nicolaus Wegner der von Gerhard Buhk. Eine Abordnung unter Leitung von Wilhelm Jone nimmt am Bundesschützenfest in München teil.

1962
Auf Grund der langfristig ungesicherten Pachtverhältnisse für das Gelände des Schießstandes wird eine Renovierung der Halle und der Anlagen fallengelassen und der Neubau hinter dem Vereinslokal auf einem Gelände, das der Vereinswirt kostenlos zur Verfügung stellt, in Angriff genommen. Die Finanzierung erfolgt dabei wieder über Anteilsscheine. Soweit möglich werden die Arbeiten von fachkundigen Vereinsmitgliedern und vielen hilfreichen Händen selbst durchgeführt. Für die Kinder wird in diesem Jahr erstmals kein Eintrittsgeld für den Festplatz erhoben. Auf Anregung des Schießwarts Hermann Wulff kauft der Verein zwei Luftgewehre. Die ersten Schießen damit erfolgen noch bei Pahl auf dem Saal. Später werden auf dem Schießstand einige Luftgewehrstände parallel zur Kleinkaliberschießbahn eingerichtet.

1963
Dank der tatkräftigen Mithilfe vieler Mitglieder kann der neue Schießstand im Juli im Rahmen eines Kreisschützenfestes feierlich eingeweiht werden. Karsten Timmann beim Stamm und Lothar Grube bei den Jungschützen sind das neue Majestätengespann unserer Gesellschaft.

1964
Auf der Hauptversammlung im Februar in der neuen Schießhalle ändert sich die Zusammensetzung des Vorstandes: Neuer Schriftführer wird Reinhold Buhk, sein Stellvertreter Ernst Behnken. Otto Putfarcken wird neuer Gerätewart, Volker Bundesen Schießobmann, Jungschützenführer Karsten Timmann und sein Stellvertreter Lothar Grube. Ab Juni übernimmt Albert Weper dann die Führung der Jungschützen. Von vier Schützen werden 300 DM für vier Holzpritschen zur Förderung der Sportschützen gestiftet, was nun auch eine Wettkampfteilnahme und -ausrichtung auf größerer Ebene erlaubt (Dreistellungskampf).

Auch bei vielen Damen ist das Interesse am Schießsport vorhanden, und so kommt es nach einigen Anläufen am 7. Juli zur Neugründung einer Damenabteilung. Erste Leiterin dieser aus zunächst 18 Damen im Alter von 16 – 68 Jahren bestehenden Abteilung wird Agnes Buhk mit ihrer Stellvertreterin Ilse Kuhnert. Bei den Übungsabenden am Dienstag leistet Gerhard Buhk als Trainer Hilfestellung.
Die Anschaffung von zwei Zugscheiben für den neuen Stand erleichtert den Schützen die Auswertung ihrer Ergebnisse und ist besonders für das sportliche Schießen von Vorteil.

Überhaupt ist dieses Jahr sportlich gesehen äußerst erfolgreich. Im ersten Sportbericht, den Volker Bundesen verfasst, kann er folgende Erfolge melden: Die Vierländer Schützen sind Kreismeister in den Mannschafts-Disziplinen Luftgewehr, KK-Dreistellungskampf, Tradition und Luftgewehr Junioren. Bei den Einzeldisziplinen stellt der Verein sechs Kreismeister, fünfmal den Zweiten und viermal den Dritten; außerdem den erfolgreichsten Senior, Junior und die erfolgreichste Mannschaft im Kreisverband. Die Krone setzt dem noch Klaus Seemann als Landesmeister im KK-Dreistellungskampf auf.
Unsere neuen Majestäten sind Heinrich Garbers als erster Kirchwerder König überhaupt und Karsten Wulff aus Curslack.

1965
Um für Nachwuchs für den Verein zu sorgen, wird ein kostenloses Trainingsschießen für Jugendliche von 14 – 16 Jahren eingerichtet. Diese Mitglieder brauchen sich noch keine Uniform anzuschaffen, sondern marschieren in weißem Hemd und grüner Krawatte im Umzug mit. Auf dem Schützenfest im Juli wird Otto Putfarcken zum ersten Mal Stammschützenkönig, bei den Jungschützen trifft Bernd Stahmer am besten.

Die Damenmannschaft, die in den Wettkämpfen immer nur gegen Herrenmannschaften antreten muss, da es noch keine eigene Damenkonkurrenz gibt, wird Kreismeister im Luftgewehrschießen. Insgesamt nehmen an den Rundenwettkämpfen drei Mannschaften teil. Auf einer Jungschützenversammlung im Dezember wird Horst Putfarcken in geheimer Wahl als Nachfolger von A. Weper zum Jungschützenobmann gewählt.

1966
Nachfolger für den nach 18 Jahren im Amt ausgeschiedenen Ernst Eggers als 1. Kassierer wird Ernst Behnken, der von Adolf Ohlrogge im Amt des 2. Schriftführers abgelöst wird. Außerdem wird der Beitritt zum Hamburger und zum Deutschen Sportbund beschlossen. Das Schützenfest leidet unter der Fußball-Weltmeisterschaft in England, und besonders am Sonntag nach dem verlorenen Endspiel kommt keine rechte Stimmung auf. Erst als die beiden Neuengammer Ernst Behnken und Dieter Thumm vom 1. Vorsitzenden Wilhelm Jone als neue Majestäten proklamiert werden, finden die Schützenbrüder und -schwestern wieder zu ihrer guten Laune zurück und verschmerzen für ein paar Stunden das ominöse dritte Tor.

Die Jungschützenabteilung, die aus 13 Mitgliedern besteht, ist nicht nur auf dem Schießstand aktiv: Fußballspiele gegen Curslack-Neuengamme und Aumühle fördern den Zusammenhalt der Truppe. Zum Jungschützenbeitrag von 24 DM pro Jahr werden ab September noch zusätzlich 4 DM pro Monat kassiert, um damit das im folgenden 375jährigen Jubiläumsjahr geplante Jungschützenfest zu finanzieren.

1967
Um im Saal zusätzlichen Platz für die zu erwartenden Gäste beim Jungschützenfest zu schaffen, wird die Bühne im Schützenhof abgerissen. Das Fest am 29. und 30. April mit einem Umzug mit zwei Spielmannszügen und den „Silverstarts“ als Tanzband wurde dank der hervorragenden Organisatio durch Horst Putfarcken ein voller Erfolg. Aber auch das Kreis- und 375jährige Jubiläumsfest vom 14. - 16. Juli war erfolgreich und durch seine herrlichen Umzüge und Attraktionen beste Werbung für den Verein. Am Montag beim Abbau ist die Stimmung immer noch so ausgelassen, dass der neue Stammkönig Herbert Barthels auf einem Esel in den Saal einreitet.

Da die Jungschützen unter ihrem neuen König Wolfgang Seemann seit zwei Jahre auch einen Mitgliedsbeitrag zahlen, gilt nun für sie die Mitgliedschaft im Verein ab Beitritt zu den Jungschützen und nicht wie bisher erst vom Beitritt zur Stammabteilung.

Um das Gras im inzwischen komplett mit modernen Zugscheiben ausgestatteten Schießstand zwischen den Zugseilen kurzzuhalten, stiftet Konrad Putfarcken zwei Schafe, die dann beim letzten Punktschießen bei einem großen Schafessen verzehrt werden. Zur Beruhigung aller Tierfreunde kann ich sagen, dass sie geschlachtet wurden und keinem Unfall zum Opfer fielen.

Obwohl der Verein noch Verpflichtungen in Form von Bausteinen hat, beschließt er, mit finanzieller Unterstützung des Sportbundes einen Luftgewehrstand zu bauen. Dieser ist bereits bis zum Jahresende dank der Unterstützung vieler Mitglieder in Eigenleistung erstellt.

1968
Auf der ersten Hauptversammlung, an der die Damen teilnehmen, wird Alfred Eggers zum Nachfolger des langjährigen 1. Vorsitzenden Wilhelm Jone gewählt, dem die Ehrenmitgliedschaft angetragen wird. Zum 2. Kassierer wählt die Versammlung Herbert Barthels.

Auf dem Gedenkstein vor dem Pavillon wird eine zweite Tafel mit den Namen der im 2. Weltkrieg gefallenen oder vermissten Schützenbrüder angebracht.

Mit Bussen war man ja schon häufiger zu einem König gefahren, bei Herbert Barthels aber geht es nun mit einer Barkassenfahrt zum Königsfrühstück. Die Nachfolger bei den Majestäten sind Hermann Wulff (Neuengamme) und Herbert Buhk.

Am 13. Oktober wird die neue Jugendabteilung für Jugendliche von 12 – 16 Jahren mit 17 Jungen und 7 Mädchen gegründet. In der Luftgewehrhalle, deren Bau Voraussetzung hierfür war, kann jetzt ganz intensiv durch Trainer Horst Putfarcken erfolgreiche Nachwuchsarbeit geleistet werden.

1969
Unter dem neuen Platzmeister Franz Mumme, der Nachfolger für den tödlich verunglückten, bisherigen Amtsinhaber Nikolaus Albers wird, legt die Platzkommission eine Drainage unter dem Festplatz an und sät den Rasen neu aus.

Auf dem Schützenfest, das mit dem internationalen Trachtenfest der Vierländer Speeldeel parallel gefeiert wird, treten Trachtengruppen aus sechs Ländern in den Umzügen und im Festprogramm auf. Erweitert werden die Umzüge auch durch die neue Jugendabteilung, die erstmals mitmarschiert. Bei der Reveille sind neue Töne zu hören: In diesem Jahr wird sie vom Fanfarenzug Oedeme begleitet.

Neuer König wird Peter Eggers, die Jungschützen bekommen Helmut Buhk als neuen König.

1970
Die Probleme mit dem Verpächter des im letzten Jahr gerade renovierten Platzes wachsen, trotzdem lehnen die Schützen ein Kaufangebot ab. Neuer 2. Vorsitzender wird als Nachfolger von Hannes Kahl nun Joachim Jans. Und wieder beweisen unsere älteren Mitglieder, dass auch sie noch gut schießen können. Im Mannschaftswettbewerb der Altersschützen werden sie Kreismeister. Bei den Rundenwettkämpfen nehmen nunmehr bereits vier Vierländer Mannschaften teil.

Ein großer Verlust trifft die Schützen in diesem Jahr: Der langjährige 1. Vorsitzende und Ehrenvorsitzende Wilhelm Jone stirbt.

Nach sieben Jahren will es Karsten Timmann aus Curslack noch einmal wissen. Er wird zum zweiten Mal König beim Stamm, und auch der Jungschützenkönig kommt aus Curslack. Es ist Hubert Behn.

1971
Neuer Jugendwart wird der Curslacker „Dorfsheriff“ Hubert Nowara und neuer Fahnenträger der König von 1969, Peter Eggers. Er löst damit Heinz Seemann ab, der die Fahne fünfzehn Jahre lang bei fröhlichen und traurigen Anlässen getragen hatte.

Die Preise klettern langsam wieder, und um den König für sein Amtsjahr besser unterstützen zu können, wird pro Schütze, der den Königsschuss abgibt, das Geld für diesen Schuss, das der neue König erhält, von 5 DM auf 10 DM verdoppelt.

Auch die Schießkasse hat eine neue Einnahmequelle: Beim Preisschießen wird das Teilerschießen nach Erreichen einer Mindestringzahl eingeführt, was einen großen Anreiz zum Nachsetzen bietet.

Für die Jugend wird auf dem Schützenfest erstmals ein Beat-Abend am Donnerstag veranstaltet; eine Einrichtung, die sich bis heute als Disco steigender Beliebtheit erfreut.
Am Sonntag proklamiert Alfred Eggers den Altengammer Schützenbruder Heinrich Busch als neuen König und Jürgen Mohn als Jungschützenkönig.

1972
Volker Bundesen löst Joachim Jans als 2. Vorsitzenden ab, und als Alfred Eggers nur zwei Tage nach seiner Wiederwahl sein Amt niederlegt, übernimmt Johannes Kahl als gewählter 1. Vorsitzender die Vereinsführung. Neuer 2. Schriftführer ist nunmehr Klaus Seemann, und Otto Putfarcken ist Nachfolger von Hermann Wulff als Schießobmann. Für Volker Bundesen tritt Gerhard Buhk dessen Nachfolge als Sportwart an.

Nach längerer Diskussion wird der Beitrag auf 100 DM erhöht. Es sind darin nun eine Beerdigungs- und eine Königsschussumlage enthalten. Und auch die Damen dürfen nun mitreden; sie erhalten das volle Stimmrecht auf den Versammlungen.

Nachdem die Jungschützen am 30. April ein Kreisjungschützenfest zum 50jährigen Jungschützenjubiläum veranstaltet haben, feiern die „Alten“ im Juli 380jähriges Jubiläum. Von diesem Fest an finden auf den Schützenfesten nur noch im Schützenhof und im Festzelt Bälle statt und nicht mehr zusätzlich noch bei Stolt im Gasthof „Stadt Lübeck“ wie bisher.

Der neue König wohnt direkt gegenüber des Festplatzes, es ist Hermann Wulff (Neuengamme). Der Jungschützenkönig kommt aus Kirchwerder: Bernd Sedlmair.

Am 13. November wird bei einem Orkan der Pavillon total zerstört, und auch die Umfassungsmauer der Schießbahn wird auf 30 Metern eingedrückt und richtet dabei schwere Schäden an den Anlagen an.

1973
Im Frühjahr finden die Renovierungsarbeiten am Schießstand statt, und mit dem Versicherungsgeld für den total zerstörten Pavillon werden die schon länger geforderten Toiletten hinter dem Luftgewehrstand gebaut. Da der Pavillon nicht wieder errichtet wird, muss der Gedenkstein vor den Luftgewehrstand versetzt werden.

Das neue Waffengesetz schreibt vor, dass jeder Schütze für seine Waffe eine Waffenbesitzkarte haben muss, was zu einigen Scheineintritten in den Verein führt, um diese Karte zu erhalten.

Da der Besuch auf den letzten Schützenfesten ständig abnahm, und so auch die Einnahmen bei den Eintrittsgeldern sanken, wird nun konsequenterweise auch von den davon bisher befreiten Schützen Eintritt verlangt.

Karsten Sedlmair löst seinen Bruder als Jungschützenkönig ab, was seinem Vater den Spitznamen „Königserzeuger“ in der Platzkommission einbringen wird. Neuer Stammkönig wird der Platzmeister Franz Mumme.

1974
Die Generalversammlung bringt ein neues Führungsteam hervor: Franz Mumme wird 1. Vorsitzender und übergibt sein Amt als Platzmeister an Jürgen Stahlbuhk. Neuer Vizepräsident ist nunmehr Hermann Barnstorf, das Amt des Jungschützenobmanns übernimmt Bernd Sedlmair.

Um den jeweiligen König bei seinen vielfältigen Verpflichtungen zu unterstützen und auch um „Neulingen“ im Verein ein bisschen die Angst vor dieser Aufgabe zu nehmen, darf sich die neue Majestät von diesem Jahr an einen eigenen Adjutanten wählen, scherzhaft auch das „Portemonnaie oder Scheckbuch des Königs“ genannt.
Der neue König Harry Rieck wählt sich für dieses Amt einen erfahrenen Schützenbruder: Reinhold Buhk, den 1. Schriftführer.

Das neu eingeführte Wilhelm-Jone-Pokalschießen für Vereine aus dem Landgebiet wird zum großen Erfolg. Um die drei gestifteten Pokale kämpfen 28 Vereine mit 48 Mannschaften. Erster Sieger wird der Schießclub DIANA aus Curslack.

Die Jungschützen müssen noch ohne Adjutant auskommen, aber als „alter Hase“ im Verein bedeutet das für unseren Jungschützenkönig Jörg Seemann kein Problem.

1975
Die Satzungen sind überarbeitet worden und werden auf der Generalversammlung angenommen. Als neuer 2. Schriftführer rückt Lothar Grube in den Vorstand auf, und unser bester und aktivster Schütze Klaus Seemann übernimmt zusammen mit Veronika Barnstorf die Jugend.

Die aktivste Abteilung, die Damen, feiert ihr 10jähriges Jubiläum mit einem Tanz in den Mai im Schützenhof und stellt dabei mit ihrem Gesang die Kapelle weit in den Schatten, die leider nicht in der Lage war, „Der Mai ist gekommen...“ zu spielen. Neben ihrer sportlichen Gleichberechtigung, die sie schon seit langem bewiesen haben, ziehen sie nun auch formal mit den Männern gleich: Für sie gelten dieselben Regularien bei einer Beerdigung.

Mit zwei Bussen geht es zum Königsfrühstück zu Harry Rieck, wo bei einem kleinen Umzug auch die Hamburger Stadtbevölkerung in den Genuss des Weckrufes kommt. Am Nachmittag dann meint es Petrus beim Umzug in Neuengamme wahrlich zu gut: Bei 33 Grad im Schatten gibt es Marscherleichterung – zum ersten Mal wird ohne Jacke und Hut marschiert.

Dieter Eggers wird zum zweiten Mal zum Stammschützenkönig proklamiert (Adjutant Peter Eggers) und Klaus Peter (Teddy) Peters übernimmt die Regentschaft bei den Jungschützen.

1976
Durch die Verlegung des Monatsschießens auf Freitag soll der seit langem stagnierenden schlechten Beteiligung Einhalt geboten werden, doch dies erweist sich im Herbst bei der Auswertung als Reinfall. Im nächsten Jahr trifft man sich wieder am traditionellen Sonntag.

Erstmals werden in diesem Jahr die vom Verband herausgegebenen Alt-Köln-Medaillen an verdiente Schützenbrüder ausgegeben.

Die Kasse bekommt eine neue Leitung: Werner Mackens übernimmt den Posten des 1. Kassierers und sein Vize wird Oskar Lehmann. Die neuen Majestäten in diesem Jahr sind der 1. Vorsitzende Hermann Barnstorf (Adjutant Karl Heinz Schmalfeldt) und der Sohne des Vereinswirts, Gerd Pahl.

1977
Beim Einlösen der noch offenen Bausteine im Werte von 4.000 DM erleben unsere Kassierer eine tolle Überraschung: Nur ein Baustein á 50 DM muss eingelöst werden, alle anderen werden dem Verein gestiftet. Eine neue Regelung beim Königsschuss besagt, dass derjenige, der König war, in seiner Sperrzeit von 10 Jahren auch kein Ritter werden kann. Einen Wechsel gibt es in der Führung der Platzkommission: Horst Putfarcken wird neuer Platzmeister.

Da unser König Hermann eine neue Decke in der Schießhalle gestiftet hat, seine Frau Helga neue Gardinen und Adolf Heitmann einen neuen Tresen, muss nun der Verein nachziehen und kauft neues Mobiliar.

Nachdem Reinhold Buhk bereits als Adjutant Erfahrung gesammelt hat, ist er nun auf den Geschmack gekommen und führt für das nächste Jahr als Majestät die Schützen. Unterstützt wird er dabei von seinem damaligen König Harry Rieck als Adjutant. Bei den Jungschützen trifft Gerhard (Gadde) Bardowicks am besten. Da er noch relativ neu im Verein ist, setzt er nun auch einen Adjutanten für seine Abteilung durch; er wählt sich Karsten Sedlmair zur Unterstützung.

Da für viele Schützen nicht nur Schießen sondern auch Skat eine Leidenschaft ist, veranstaltet der Verein zum ersten Mal einen Preisskat und ein Preisknobeln im November. Auch diese Veranstaltung hat sich bis heute gehalten und bietet auch unseren befreundeten Vereinen Gelegenheit, sich reizend zu zeigen.

1978
Aus Freude über seinen gelungenen Königsschuss stiftet Reinhold Buhk dem Verein eine neue Fahne, die auf dem Kreisschützenfest Anfang Juli zusammen mit der alten Vereinsfahne (der ältesten im Kreis) geweiht wird. Nach 71 aufregenden und wahrhaft aufreibenden Jahren findet die alte Fahne nun einen Ehrenplatz in der Schießhalle.

Nach drei Jahren erfolgreicher Jugendarbeit muss Klaus Seemann die Jugendabteilung, die trotz Konkurrenz aus Fußball und Reitsport wieder angewachsen ist, aus beruflichen Gründen abgeben. Die Arbeit übernimmt ein sechsköpfiges Team unter Hubert Nowara.

Herausragender sportlicher Erfolg in diesem Jahr ist die Landesmeisterschaft für Agnes Buhk.
Die Königswürde geht bei den Stammschützen in diesem Jahr nach Curslack. Günter Grell heißt der neue König (Adjutant Klaus von Bergen); die Jungschützen werden ihr nächstes Königsfrühstück bei Henning Steffens in Neuengamme feiern (Adjutant Gerd Pahl).

1979
Die Umbauarbeiten an der Halle schreiten gut voran, behindern aber noch längere Zeit den Schießbetrieb. Damit kein Vereinsmitglied mehr einen Veranstaltungstermin des Vereins verpasst, wird vom Vorstand nunmehr jedes Jahr ein Veranstaltungskalender herausgegeben und zu Beginn des Jahres verteilt.

Bei den Stammschützen trifft Hans Werner Kiehn beim Königsschuss am besten (Adjutant Karsten Sedlmair), bei den Jungschützen ist es Bernd Lütje (Adjutant Gerhard Bardowicks).

1980
Zwei Mitglieder können für 60 Jahre Vereinszugehörigkeit geehrt werden: Hans Eggers und Walther Ohlrogge, beide bereits für ihre vielen Aktivitäten mit allen möglichen Ehrungen ausgezeichnet. Hier kann der Verein nur noch Präsente verteilen und noch einmal für diese bemerkenswerte Vereinstreue und Mitarbeit danken.

Neuer Platzmeister wird Walther Meyer, der schon lange Jahre dieser rührigen Kommission angehört.

Nicht nur bei der Bundeswehr, sondern auch beim Königsschuss trifft er ins Schwarze: Karsten Sedlmair (Adjutant Günter Grell). Mit Arne Albers kommt der Jungschützenkönig wieder aus Curslack. Sein Adjutant wird Detlef Holm.

1981
Die Jugendabteilung geht in die Verantwortung von Carsten Stoewing über, ansonsten bleibt im Vorstand alles beim alten.

Durch eine Verzögerung beim Abmarsch des Umzugs am Schützenfest-Freitag können alle Teilnehmer ihre Sprinteigenschaften zeigen: Nur wenige hundert Meter vor dem Schützenhof fängt es plötzlich an, wie aus Kübeln zu gießen, und selbst die Schnellsten kommen nur völlig durchnässt auf dem Festplatz an.

Paul-Heinz (Buddy) Renn aus Reinbek übernimmt für das kommende Jahr die Regentschaft (Adjutant Bernd Sedlmair), bei den Jungschützen bilden König Gerald Schümann und Volker Schmidt ein erfolgreiches Gespann.

1982
Die drei noch lebenden Gründungsmitglieder der Jungschützen – Gustav Buhk, Herbert Kellinghusen und Hermann Wulff – können für 50jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet werden.
Neuer Schießobmann wird Helmut Buhk, und die Jugend übernimmt der amtierende König Buddy Renn.

Die Disco, die von Carsten Stoewing und den Jungschützen am Donnerstag vor dem Kreisschützenfest organisiert wird, bringt ein volles Zelt, und auch am Sonnabend können die Kassierer schmunzeln: Das Zelt ist beim Ball überfüllt.

Friedrich Peters wird nach 1956 zum zweiten Mal König (Adjutant Wilhelm Stoewing) und Christian Eggers übernimmt im 390. Jubiläumsjahr die Regentschaft bei den Jungschützen (Adjutant Bernd Kosanke).

Ein glücklicherweise misslungener Einbruchsversuch während des Schützenfestes beschleunigt den geplanten Bau einer neuen Waffenkammer, und auch sonst werden diverse Reparaturen am Stand vorgenommen, damit keiner mehr „im Regen stehen muss“.

1983
Nachdem Ernst Richard Peters lange Jahre als Nachfolger von Hans Eggers als Reveilleführer für manchen Spaß und manche Überraschung gesorgt hat, übergibt er sein Amt in die Hände des dafür bestens geeigneten Walther Meyer.
Neben der langjährigen Leiterin der Damenabteilung Agnes Buhk rückt Renate Richter im Amt der 2. Schriftführerin als zweite Frau in den Vorstand auf.

Um den Schützen den Schuss auf die Königsscheibe schmackhafter zu machen, wird das Königsgeld auf 20 DM pro Mitglied der Stammabteilung erhöht. Als erster kommt Fritz Schimaschke (mit Adjutant Wilhelm Stoewing) in den Genuss der neuen Regelung.

Die Jungschützen veranstalten ihr traditionelles Spiegeleieressen auf der Böge beim neuen König Volker Schmidt, der seinen Adjutanten Holger Mackens für die notwendigen Getränke sorgen lässt.
Wegen der Sommerzeit fand am Freitag kein Laternenumzug sondern ein Kindermarsch mit Blumenbögen statt, doch dies fand nur wenig Anklang bei den Kindern.

1984
Nach zehn Jahren gibt Franz Mumme die Vereinsführung an Hermann Barnstorf ab und wird als Dank für seine unermüdliche Arbeit zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Neuer 2. Vorsitzender wird Friedrich Peters. Die Jugendabteilung verschleißt ihre Trainer: Wolfgang Ciculis heißt der neue Trainer, der nun auch gleichzeitig Waffenwart ist.

Die Damen veranstalten neben ihren jährlichen Karpfen- und Kaffeeausfahrten anlässlich ihres 20jährigen Jubiläums einen Tanz in den Mai. Diesmal aber brauchen sie nicht selber zu singen, die Kapelle ist wesentlich besser als beim 10jährigen.

Am Wilhelm-Jone-Pokalschießen nehmen nun mittlerweile über hundert Mannschaften teil; ein großartiger Erfolg von Herbert Buhk als langjährigem Organisator. Der Freitagsumzug findet auf Grund der schlechten Resonanz in diesem Jahr ohne Kinder statt, ein Laternenumzug ist wegen der längeren Tagesdauer durch die Sommerzeit leider nicht mehr durchführbar.

Neuer König wird Adolf Heitmann, der sich den erfahrenen Adjutanten Günter Grell zur Seite nimmt.
Bei den Jungschützen regiert nun Torsten Hars mit seinem Adjutanten Andreas (Fiete) Fimmen.

Beim Umzug zum Domschießen in Hamburg ist im Gegensatz zu den Schützenfesten und Bällen die Teilnahme gut. Liegt das vielleicht daran, dass unser Festzelt auf dem Heiligengeistfeld nicht das offizielle, sondern das unseres Schützenbruders Albert Bade bzw. das seines Schwiegersohnes „Wurst-Paul“ Schanzenbach ist, wo der Verein, wie auch im Sommer bei Alberts Geburtstag, immer gut bewirtet wird?

1985
Für seine aufopfernde Tätigkeit als 1. Schriftführer mit all den damit verbundenen Aufgaben über einen Zeitraum von 20 Jahren hinweg wird Reinhold Buhk zum Ehrenmitglied ernannt.
Neben Peter Eggers wird Wolfgang Richter 2. Fahnenträger, da sich die Anlässe mit Fahnenbegleitung mittlerweile häufen.

Otto Putfarcken mit Adjutant Fritz Schimaschke führt als neuer König die Vierländer Schützen bei ihrer ersten Teilnahme am Kirchwerder Ernteumzug an. Wie 1954 bei den Larsens ist es der Familie Putfarcken gelungen, auch den Jungschützenkönig Torsten (Adjutant Uwe Peters) zu stellen, so dass nun Vater und Sohn gemeinsam regieren.

Zum traditionellen Weihnachtsschießen um Fleischpreise sind auch befreundete Vereine zugelassen, aber offensichtlich haben deren Mitglieder bereits einen Weihnachtsbraten, da die Beteiligung sehr gering ist.

1986
Der Vorstand verjüngt sich: Bernd Sedlmair wird neuer Schießobmann, Ute Heitmann neue Sportwartin, und an die Spitze der Jungschützen tritt Volker Schmidt. Als Waffenwart ist nun Uwe Peters für die Gewehre verantwortlich.

Da die Beteiligung am Königsschuss immer geringer wird, wird die Sperrzeit eines Königs auf drei Jahre reduziert. Unter großem Gejohle und mit blassem Gesicht lässt sich der völlig überraschte Klaus Kosanke die Kette umhängen und beweist doch im folgenden Königsjahr zusammen mit seinem Adjutanten Fritz Schimaschke, dass auch ein sehr junger König den Verein würdig vertreten kann. Mit gutem Grund hat er sich den Fuchs als Motiv für seine Königsscheibe gewählt.

Da die Anzahl der Jungschützen ziemlich zusammengeschrumpft ist, wird das Höchstalter beim Königsschuss bei ihnen auf 25 Jahre festgesetzt, aber die hat der neue König Peter Barnstorf (Adjutant Holger Mackens) sowieso noch nicht erreicht.

1987
Da mittlerweile alles teurer geworden ist, müssen nun auch die Beiträge angepasst werden. Sie betragen für Stammschützen nun 140 DM, für Damen 110 DM und für Ehepaare 200 DM. Wolfgang Richter übernimmt das Amt des 1. Fahnenträgers, ihm steht Karsten Sedlmair als 2. Mann zur Seite.

Eine Änderung im Ablauf des Schützenfestes bringt für alle Seiten Vorteile: Während durch die Verlegung der Disco auf den Freitag das Zelt mit über 700 Gästen gerammelt voll ist, fühlen sich die Teilnehmer am parallel verlaufenden Kommersabend im Saal nicht mehr so verloren wie im großen Zelt.

Als erster Schützenbruder erringt Dieter Eggers zum dritten Mal die Königswürde (Adjutant Heinz Eggers), und auch der neue Jungschützenkönig Thomas Thumm (Adjutant Torsten Putfarcken) kommt wie der Stammkönig aus der unmittelbaren Nachbarschaft des Schützenhofes.

1988
Die Verantwortung für die Finanzen übernehmen Hans Jürgen Lage als 1. und Wolfgang Richter als 2. Kassierer. Carsten Stoewing übernimmt noch einmal die Jugendabteilung, und Karsten Sedlmair wird zum neuen Sportwart gewählt.

Beim großen Fest „800 Jahre Altengamme“ beteiligen sich die Schützen am Sternmarsch und erregen auf der Ausstellung mit der Kette und der alten gusseisernen Scheibe beträchtliches Aufsehen.

Eine Königshochzeit mit Kaiserwetter: Bei der Eheschließung des amtierenden Königs Dieter mit seiner Marianne standen anstelle der Jungschützen diesmal nur ehemalige Könige Spalier vor der Neuengammer Kirche. Die Feier dann im Zelt war eigentlich schon ein kleines Schützenfest.

War es bei der Hochzeit im Mai kalt, aber sonnig und trocken, so ging der Umzug am Freitag beim eigentlichen Schützenfest im wahrsten Sinne des Wortes baden. Wegen Dauerregens fuhren die bei Carsten Eggers angetretenen Schützen in Autos zum Schützenplatz. Am Sonntag wurde Fritz Schimaschke dann zum zweiten Mal nach 1983 zum König proklamiert (Adjutant Torsten Hars), und bei den Jungschützen war Frank Meyer der glückliche Sieger (Adjutant Oliver Budig).

1989
Im Januar stirbt nach 69 Jahren Mitgliedschaft Hans Eggers mit 88 Jahren. Ihren Respekt vor ihm und ihre Anerkennung bezeugen über 60 Schützen bei seiner Beerdigung. Auch eine Abordnung aus Schwinde findet sich ein; von dem Verein „über Elbe“, mit dem die Vierländer seit dem ersten Königsjahr von Hans (1925/26) eine intensive Freundschaft verbindet, die er mitbegründet hat.

Neuer Jungschützenführer wird Torsten Hars, der wie damals Hans Eggers viele neue Freundschaften mit Vereinen – diesmal aus dem Harburger Raum – ins Leben ruft.
Schon im Hinblick auf das Jubiläum 1992 wird der Beitrag noch einmal um 10 DM auf 150 DM erhöht.
Nach seiner Konstitution nimmt der Festausschuss für das Jubiläum seine Arbeit auf.

Adolf Heitmann will es noch einmal wissen und wird nach 1984 zum zweiten Mal König (Adjutant wird wie damals Günter Grell), bei den Jungschützen regiert nun Volkmar Peters, den Lars Bathke als Adjutant unterstützt.

Im September ist noch einmal die Platzkommission gefordert, die für das 25jährige Jubiläum der Vierländer Speeldeel noch einmal die Ehrenpforte aufbaut – Unterstützung der anderen Heimatvereine ist Ehrensache.

1990
Ehrensache ist es natürlich auch, für das erste Jungschützenfest seit 1972 in Verbindung mit der SIG-Fete des Herrenclubs „Saft ist gefährlich“ die Ehrenpforte Anfang April aufzustellen. Dieses Fest ist ein solch großer Erfolg, dass es auch in den kommenden zwei Jahren veranstaltet wird und zwar in völliger Eigenregie der Jungschützen und der Mitglieder vom SIG.

Jörg Seemann übernimmt nun die Jugendabteilung und Adolf Heitmann das Amt des Waffenwarts.
Die neuen Majestäten, die auf dem Schützenfest Anfang Juli proklamiert werden, sind Udo Schwabrow mit seinem Adjutanten Fritz Schimaschke und Carsten Wulff mit Frank Meyer.

1991
Die Preise steigen und steigen, und wieder muss der Beitrag angepasst werden. 170 DM kostet es mittlerweile, als Einzelner Mitglied im Verein zu sein. Mit diesem Geld wird aber auch zunehmend die Jugendarbeit gefördert, deren Etat fast verdreifacht wird, um den Jugendlichen mehr Aktivitäten bieten zu können. Jugendarbeit als Investition in die Zukunft des Vereins ist auch bei der Vierländer Schützengesellschaft längst erkannt worden. Zu diesem Zweck wird auch an drei Nachmittagen ein Familienschießen durchgeführt, an dem die ganze Familie teilnehmen kann und das sich nicht nur auf das Schießen beschränkt. Es steht unter der Schirmherrschaft des neuen Pressesprechers und Exkönigs Udo Schwabrow, der es zusammen mit Jörg Seemann organisiert.

Als Auftakt zum Schützenfest nehmen am Jone-Pokalschießen mittlerweile über 150 Mannschaften teil. Otto Putfarcken schafft es nach Dieter Eggers als zweiter Schütze, zum dritten Mal König zu werden. Er wird von Thomas Kock als Adjutant dabei tatkräftig unterstützt, und bei den Jungschützen amtiert nun Andy Barthels mit seinem Adjutanten Torsten Buhk.

Die Jungschützen haben bei ihrem Schützenfest so gut gewirtschaftet, dass mit einem Teil des Geldes eine Reise nach Spanien im Herbst unterstützt werden kann – eine tolle Belohnung für all ihre Mühen und Arbeit.

Zum Jahresende kann unser eifriger Schriftführer Reinhold Buhk, der nun von Lars Bathke als 2. Schriftführer unterstützt wird, eine Gesamtmitgliederzahl von 265 verzeichnen.

1992
Das Jubiläumsjahr ist angebrochen und wird von den Jungschützen mit ihrem 3. Jungschützenfest in Verbindung mit der SIG-Fete und dem 60jährigen Jubiläum der Jungschützenabteilung eingeläutet. Dabei findet am Sonntag, dem 5. April, auch die Weihe der von Walther Meyer und Udo Schwabrow gestifteten neuen Fahne statt. Die alte war auf Grund ihres häufigen Einsatzes bei den vielen Aktivitäten der Jungschützen mittlerweile unansehnlich und nicht mehr reparabel gewesen.

Die Vierländer Schützengesellschaft schreibt 400 Jahre Vereinsgeschichte, welches wir mit einem rauschenden Fest feiern. Vier „tolle Tage“ bleiben uns noch lange in schöner Erinnerung. Der Jubiläumssonntag mit dem Sternenmarsch, den vielen Gästen und Vereinen hat uns gezeigt, dass der Festausschuss ein super Fest auf die Beine gestellt hat. Die Arbeit und die Ideen, all dies hat sich gelohnt.

2002
Es begrüßt nun seit 75 Jahren unsere Ehrenpforte, dem Hamburger Wappen nachgebaut, unsere Gäste.

2003
Die Schießbahn, die einen Sandfußboden hatte, wird befestigt und seither werden dort die Jungschützenfeste in unseren eigenen Räumen gefeiert.

2005
Wir bauen den Aufenthaltsraum neu und größer. Von Amts wegen müssen wir eine Gästewaffenkammer haben und auch unsere Waffenkammer ist nicht mehr zeitgemäß. Nach elfmonatiger Bauphase wird am 5. Mai 2006 mit geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft, befreundeten Vereinen und unseren Mitgliedern Einweihung gefeiert.

Der Schützenkreis Sachsenwald feiert sein 50jähriges Jubiläum bei uns in Vierlanden.

2006
Zum ersten Mal richten wir ein Bürgerkönigs-Schießen für alle Bürgerinnen und Bürger aus.

Unsere Schießanlage wird umgebaut und auf elektronisch umgestellt. Die gute alte Scheibe aus Pappe hat jetzt ausgedient und wird nur noch für den Königsschuss eingesetzt.

2007
Unsere Jungschützenabteilung wird 75 Jahre alt. Das Jungschützenfest sowie das Schützenfest stehen aus diesem Anlass im Zeichen der Jugend und Jungschützen, unserer Zukunft!

2008
Unser amtierender Schützenkönig Horst Lange verstirbt 5 Tage vor seinem Königsball. Dass ein König sein Königsjahr nicht vollendet, gibt es in der Vereinsgeschichte bisher nicht.

Der Bogensport findet seit einigen Jahren wieder mehr Zuspruch. Auch einige unserer Schützen interessieren sich dafür. Am 6. Juni wird die Bogenabteilung der VSG gegründet.

2010
Eine neue Situation auf unserem Schützenfest. Ein ungewöhnlicher Fall für die VSG ist eingetreten. Unser 1. Vorsitzender Walther Meyer teilt uns mit, dass es keinen Stammkönig gibt in diesem Jahr.

2014
Am 26. April feiert die Damenabteilung mit sechs Gründungsdamen und 96 Gästen auf dem festlich geschmückten Schießstand ihr 50jähriges Jubiläum.